Story von Rosalie

Politische Meinungsbildung im digitalen Zeitalter
Politische Meinungsbildung im digitalen Zeitalter
Eine persönliche Perspektive von Rosalie über ihren Weg zur politischen Meinungsbildung – geprägt von familiären Diskussionen, ersten Demonstrationen und der wachsenden Bedeutung digitaler Medien.
Wenn ich an meine ersten Berührungspunkte mit politischen Themen denke, denke ich an die Weihnachtsfeiern meiner Familie. Diese waren häufig von intensiven politischen Diskussionen geprägt, in denen unterschiedliche Generationen mit teils gegensätzlichen Ansätzen aufeinandertrafen. Meine Familie hat mir also ein Bild vermittelt, welches politische Teilhabe als relevant und wichtig einstuft. Dazu gehört auch, informiert zu bleiben, was ich als Kind immer durch die Kindernachrichten bei “logo!” getan habe.
Ich war in der 9. Klasse das erste Mal allein mit meinen Freunden auf einer Demonstration gegen den Klimawandel. Für mich war es die erste richtige Entscheidung, mich politisch zu engagieren und für das einzustehen, was ich als wichtig empfand. Mittlerweile gehe ich wählen, unterschreibe Petitionen, gehe zu Demos gegen Rechts und besuche lokale Angebote in meiner Studierendenstadt Passau, wie zum Beispiel den Roten Bericht aus Berlin. Dort berichtet Luke Hoß, ein Student der Universität Passau, welcher seit der letzten Legislaturperiode Abgeordneter ist, was in der letzten Zeit im Bundestag von Relevanz war.
Zur Meinungsbildung und um informiert zu bleiben, beziehe ich inzwischen meine Informationen fast ausschließlich online, das heißt vorrangig aus den sozialen Medien, durch Podcasts und aus dem Internet. Die Digitalität heutzutage hat einen gravierenden Vorteil. Sie schafft eine größere Reichweite und kann so die Partizipation an Demokratie erhöhen, im Gegensatz zu den traditionellen Medien wie Zeitung, Radio und Fernsehen. Digitale Inhalte schaffen zudem eine erhöhte Inklusivität und können Informationen barrierefreier gestalten. Allerdings birgt Social Media auch die Gefahr, Desinformationen wesentlich schneller zu verbreiten oder Informationen verkürzt darzustellen. Zugleich können soziale Medien aber auch politische Beteiligung und Initiativen fördern, da Inhalte schneller Aufmerksamkeit erhalten.
Soziale Medien haben einen großen Einfluss auf mein Engagement und den Stand meiner Informiertheit, weshalb für mich Medienkompetenz wichtig ist. Besonders in Bezug auf die jüngeren Generationen dient Social Media als wichtige Informationsquelle. In der aktuellen Weltlage fällt es vielen jungen Menschen zunehmend schwer, sich regelmäßig mit Nachrichten zu beschäftigen. Studien wie #UseTheNews zeigen, dass etwa die Hälfte der Jugendlichen Nachrichten zumindest zeitweise meidet1, oft auch, weil sie als belastend oder überfordernd wahrgenommen werden.
Die digitale Welt beeinflusst uns heutzutage in allen Lebensbereichen und besonders in Bezug auf Politik sind die sozialen Medien nicht mehr wegzudenken. Im letzten Bundestagswahlkampf konnte man dies gut sehen, bei der AfD oder bei der Linken. Beide Parteien haben einen Großteil ihres Wahlkampfes online betrieben und auf Plattformen wie TikTok und Instagram große Erfolge vor allem bei den jüngeren Generationen erzielen können. Aufgrund von Algorithmen kam es dazu, dass die Sichtbarkeit der Parteien auf TikTok unausgewogen war und insbesondere die AfD und die Linke in den Feeds von Nutzer*innen aufgetreten sind.2 Durch solche Algorithmen kann es schnell vorkommen, dass man sich in einer Echokammer oder Filterblase befindet. Die Verbreitung von Desinformationen wird besonders auf TikTok durch den Algorithmus begünstigt, der Nutzer*innen Inhalte basierend auf ihren Interessen empfiehlt.1 Das wiederholte Anzeigen von ähnlichen Inhalten kann zur Bildung von Echokammern beitragen.
Genau aus diesem Grund ist das Stärken der Medienkompetenz von hoher Bedeutung, besonders bei jungen Menschen. Aber auch bei älteren Menschen, die nicht in einer digitalen Welt aufgewachsen sind, kann eine Förderung der Medienkompetenz von Vorteil sein. Ich sehe das zum Beispiel bei meinem Opa, der öfter Videos weiterleitet, ohne vorher über den Inhalt dieser nachzudenken, und so Fehlinformationen verbreitet. Gelegentlich merke ich selbst, dass ich Inhalte von unseriösen Seiten auf Instagram kurzzeitig als echt wahrnehme, bevor ich diese kritisch hinterfrage. Das Fördern der Medienkompetenz ist in der heutigen digitalen Welt wesentlich, um sich als Bürger*in informieren und engagieren zu können. Folglich können Menschen durch das Konsumieren von verschiedenen Medien und durch die Kompetenz, diese einordnen zu können, eine eigene fundierte Meinung entwickeln.
Die eigene Urteilsfähigkeit zu stärken, benötigt Zeit und Bildung. Das Bildungssystem, als auch das direkte Umfeld durch Freund*innen und Familie stellen große Einflussfaktoren im Prozess der persönlichen Meinungsbildung dar. Politische Bildung zu fördern, egal in welchem dieser Kontexte, erachte ich als elementar, um demokratische Werte weiterzugeben. In Fächern wie GRW (Gesellschaftskunde, Recht und Wirtschaft) und Geschichte zum Beispiel wurden bei mir in der Schule politische Themen diskutiert und mir somit eine Diskussionskultur nähergebracht. Ich erinnere mich außerdem noch an meine erste Jugendwahl innerhalb des schulischen Kontextes. Das frühe Näherbringen politischer Prozesse spielt eine wichtige Rolle für das spätere politische Interesse und Engagement.
Neben Bildungseinrichtungen spielen auch lokale Netzwerke eine große Rolle für gesellschaftliches Engagement. Sie existieren überall und ermöglichen es, sich mit Menschen zu vernetzen, die ähnliche Anliegen haben, sei es politisches, soziales oder anderes gesellschaftliches Engagement. Persönlich habe ich mich bisher vorwiegend in sozialen Projekten engagiert, beispielsweise durch einen Freiwilligendienst im Ausland oder aktuell in meiner Hochschulgruppe Gemeinsam Aktiv.
Ich würde mich selbst nicht unbedingt als politisch engagierte Person beschreiben, dennoch habe ich gelernt, dass die demokratische Kultur vom Mitmachen lebt und Passivität den Lautesten das Feld überlässt. Man sollte lernen, für seine Meinung einzustehen, auch wenn das manchmal eine Herausforderung darstellen kann. Politik ist Teil des Alltags und jede*r Einzelne trägt ein kleines bisschen Verantwortung, die demokratische Kultur mitzutragen – sei es durch Wählen gehen, Engagement oder Diskussionen am Essenstisch. Demokratie ist ein Prozess, welchen es aufrechtzuerhalten gilt, und damit dies gelingt, ist Engagement notwendig.
Ich war in der 9. Klasse das erste Mal allein mit meinen Freunden auf einer Demonstration gegen den Klimawandel. Für mich war es die erste richtige Entscheidung, mich politisch zu engagieren und für das einzustehen, was ich als wichtig empfand. Mittlerweile gehe ich wählen, unterschreibe Petitionen, gehe zu Demos gegen Rechts und besuche lokale Angebote in meiner Studierendenstadt Passau, wie zum Beispiel den Roten Bericht aus Berlin. Dort berichtet Luke Hoß, ein Student der Universität Passau, welcher seit der letzten Legislaturperiode Abgeordneter ist, was in der letzten Zeit im Bundestag von Relevanz war.
Zur Meinungsbildung und um informiert zu bleiben, beziehe ich inzwischen meine Informationen fast ausschließlich online, das heißt vorrangig aus den sozialen Medien, durch Podcasts und aus dem Internet. Die Digitalität heutzutage hat einen gravierenden Vorteil. Sie schafft eine größere Reichweite und kann so die Partizipation an Demokratie erhöhen, im Gegensatz zu den traditionellen Medien wie Zeitung, Radio und Fernsehen. Digitale Inhalte schaffen zudem eine erhöhte Inklusivität und können Informationen barrierefreier gestalten. Allerdings birgt Social Media auch die Gefahr, Desinformationen wesentlich schneller zu verbreiten oder Informationen verkürzt darzustellen. Zugleich können soziale Medien aber auch politische Beteiligung und Initiativen fördern, da Inhalte schneller Aufmerksamkeit erhalten.
Soziale Medien haben einen großen Einfluss auf mein Engagement und den Stand meiner Informiertheit, weshalb für mich Medienkompetenz wichtig ist. Besonders in Bezug auf die jüngeren Generationen dient Social Media als wichtige Informationsquelle. In der aktuellen Weltlage fällt es vielen jungen Menschen zunehmend schwer, sich regelmäßig mit Nachrichten zu beschäftigen. Studien wie #UseTheNews zeigen, dass etwa die Hälfte der Jugendlichen Nachrichten zumindest zeitweise meidet, oft auch, weil sie als belastend oder überfordernd wahrgenommen werden.
Die digitale Welt beeinflusst uns heutzutage in allen Lebensbereichen und besonders in Bezug auf Politik sind die sozialen Medien nicht mehr wegzudenken. Im letzten Bundestagswahlkampf konnte man dies gut sehen, bei der AfD oder bei der Linken. Beide Parteien haben einen Großteil ihres Wahlkampfes online betrieben und auf Plattformen wie TikTok und Instagram große Erfolge vor allem bei den jüngeren Generationen erzielen können. Aufgrund von Algorithmen kam es dazu, dass die Sichtbarkeit der Parteien auf TikTok unausgewogen war und insbesondere die AfD und die Linke in den Feeds von Nutzer*innen aufgetreten sind. Durch solche Algorithmen kann es schnell vorkommen, dass man sich in einer Echokammer oder Filterblase befindet. Die Verbreitung von Desinformationen wird besonders auf TikTok durch den Algorithmus begünstigt, der Nutzer*innen Inhalte basierend auf ihren Interessen empfiehlt. Das wiederholte Anzeigen von ähnlichen Inhalten kann zur Bildung von Echokammern beitragen.
Genau aus diesem Grund ist das Stärken der Medienkompetenz von hoher Bedeutung, besonders bei jungen Menschen. Aber auch bei älteren Menschen, die nicht in einer digitalen Welt aufgewachsen sind, kann eine Förderung der Medienkompetenz von Vorteil sein. Ich sehe das zum Beispiel bei meinem Opa, der öfter Videos weiterleitet, ohne vorher über den Inhalt dieser nachzudenken, und so Fehlinformationen verbreitet. Gelegentlich merke ich selbst, dass ich Inhalte von unseriösen Seiten auf Instagram kurzzeitig als echt wahrnehme, bevor ich diese kritisch hinterfrage. Das Fördern der Medienkompetenz ist in der heutigen digitalen Welt wesentlich, um sich als Bürger*in informieren und engagieren zu können. Folglich können Menschen durch das Konsumieren von verschiedenen Medien und durch die Kompetenz, diese einordnen zu können, eine eigene fundierte Meinung entwickeln.
Die eigene Urteilsfähigkeit zu stärken, benötigt Zeit und Bildung. Das Bildungssystem, als auch das direkte Umfeld durch Freund*innen und Familie stellen große Einflussfaktoren im Prozess der persönlichen Meinungsbildung dar. Politische Bildung zu fördern, egal in welchem dieser Kontexte, erachte ich als elementar, um demokratische Werte weiterzugeben. In Fächern wie GRW (Gesellschaftskunde, Recht und Wirtschaft) und Geschichte zum Beispiel wurden bei mir in der Schule politische Themen diskutiert und mir somit eine Diskussionskultur nähergebracht. Ich erinnere mich außerdem noch an meine erste Jugendwahl innerhalb des schulischen Kontextes. Das frühe Näherbringen politischer Prozesse spielt eine wichtige Rolle für das spätere politische Interesse und Engagement.
Neben Bildungseinrichtungen spielen auch lokale Netzwerke eine große Rolle für gesellschaftliches Engagement. Sie existieren überall und ermöglichen es, sich mit Menschen zu vernetzen, die ähnliche Anliegen haben, sei es politisches, soziales oder anderes gesellschaftliches Engagement. Persönlich habe ich mich bisher vorwiegend in sozialen Projekten engagiert, beispielsweise durch einen Freiwilligendienst im Ausland oder aktuell in meiner Hochschulgruppe Gemeinsam Aktiv.
Ich würde mich selbst nicht unbedingt als politisch engagierte Person beschreiben, dennoch habe ich gelernt, dass die demokratische Kultur vom Mitmachen lebt und Passivität den Lautesten das Feld überlässt. Man sollte lernen, für seine Meinung einzustehen, auch wenn das manchmal eine Herausforderung darstellen kann. Politik ist Teil des Alltags und jede*r Einzelne trägt ein kleines bisschen Verantwortung, die demokratische Kultur mitzutragen – sei es durch Wählen gehen, Engagement oder Diskussionen am Essenstisch. Demokratie ist ein Prozess, welchen es aufrechtzuerhalten gilt, und damit dies gelingt, ist Engagement notwendig.
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1: Vgl. Hamburg Business, #UseTheNews: Wie gehen junge Menschen mit Nachrichten um?, https://hamburg-business.com/de/news/usethenews-wie-gehen-junge-menschen-mit-nachrichten-um (Zugriff: 06.03.2026).
2: Vgl. Bertelsmann Stiftung: Algorithmen im Wahlkampf, https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/unsere-projekte/engagement-junger-menschen-fuer-demokratie/projektnachrichten/algorithmen-im-wahlkampf (Zugriff: 06.03.2026).
3: Vgl.BR: Warum sich Desinformation auf TikTok so effektiv verbreitet,
https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/faktenfuchs-warum-sich-desinformation-auf-tiktok-gut-verbreitet,TgONvKv (Zugriff: 06.03.2026).