Interview mir Valentin Lippmann
Interviews Interview mir Valentin Lippmann Interview mit Oliver Gibtner-Weidlich Interview mit Georg Salditt Interview mit Sophia Philipp Interview mit Nilsson Samuelsson Politik, Demokratie & Klimaschutz: Warum Engagement den Unterschied macht Politik, Demokratie & Klimaschutz: Warum Engagement den Unterschied macht Ein Interview mit Valentin Lippmann – Landtagsabgeordneter von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Parlamentarischer Geschäftsführer und stellvertretender Fraktionsvorsitzender – über seine politischen Anfänge, die Verantwortung im Sächsischen Landtag, die Herausforderungen demokratischer Aushandlungsprozesse und die zentrale Rolle gelebten Engagements für die Zukunft. Könnten Sie sich bitte kurz vorstellen? Mein Name ist Valentin Lippmann. Ich wurde 1991 in Dresden geboren, bin in der Neustadt aufgewachsen, wo ich bis heute wohne. Ich habe Politikwissenschaften studiert und 2015 den Masterstudiengang „Politik und Verfassung” an der TU Dresden abgeschlossen. Seit 2014 bin ich Mitglied des Sächsischen Landtags. In welcher Funktion sind Sie aktuell tätig? Ich bin Landtagsabgeordneter. Für die BÜNDNISGRÜNE Fraktion vertrete ich die Themen Innenpolitik, Justiz, Sport und Weinbau. Außerdem bin ich Parlamentarischer Geschäftsführer und stellvertretender Fraktionsvorsitzender. Das heißt, ich koordiniere die Arbeit meiner Fraktion im Parlament. Was hat Sie dazu bewogen, sich in diesem Bereich zu engagieren? Noch während der Schulzeit begann ich mich, bedingt durch meine Sorge um die Zukunft unseres Planeten und meiner Unzufriedenheit mit dem Schulsystem, politisch zu engagieren, und war Schulsprecher. Während dieser Zeit wurde ich auch Mitglied der Grünen Jugend und wenig später auch Parteimitglied bei BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN. Welche konkreten Tätigkeiten umfasst Ihre Arbeit? In meiner Arbeit im Parlament beschäftige ich mich mit den verschiedensten Themen: von sächsischen Schulen, über Polizei und Feuerwehren bis hin zum Weinbau im Elbtal. Im Landtag beschließen wir Gesetze und stellen Anträge an die Staatsregierung, die diese umzusetzen hat. Zudem kontrollieren wir das konkrete Regierungshandeln. Ich sitze zudem in verschiedenen Ausschüssen, z.B. im Ausschuss für Inneres, Kommunales und Sport. In den Ausschüssen arbeiten wir ganz vertieft an Anträgen und Gesetzen, bevor wir diese dann im Plenum, das heißt in Anwesenheit aller Abgeordneten, beschließen. Wir Abgeordneten können auch die Regierung befragen, die uns dann innerhalb einer Frist antworten muss. Diese Anfragen werden veröffentlicht. Dadurch können wir frühzeitig auf Probleme hinweisen und die Öffentlichkeit dazu informieren. Zudem bin ich auch für die Bürger*innen im Land ansprechbar, weil ich als Abgeordneter die Interessen aller vertrete. Dazu habe ich zwei Regionalbüros in Sachsen, eines in Dresden und eines in Meißen, die für mich den Kontakt mit den Bürger*innen organisieren. Warum ist Ihre Arbeit insbesondere für Sachsen von Bedeutung? Als Mitglied des Landtages trage ich Verantwortung für die Landesgesetzgebung, z.B. im Bereich der Schulen, der Polizei und der Justiz. Wir beschließen außerdem den Landeshaushalt und entscheiden damit über das Budget der Regierung. In der Opposition ist besonders die Kontrolle der sächsischen Staatsregierung und Verwaltung eine wichtige Aufgabe für mich als Abgeordneter. Dazu können wir die Regierung befragen, auf Missstände hinweisen und alternative Vorschläge, z.B. zu Gesetzen, unterbreiten. Welche Herausforderungen begegnen Ihnen in Ihrem Tätigkeitsbereich? Politische Entscheidungen haben oftmals weitreichende Folgen und müssen langfristig gedacht werden. Um beispielsweise die Klimakrise zu bekämpfen, erscheinen die notwendigen Belastungen für viele kurzfristig als sehr extrem. Langfristig sind sie aber zwingend notwendig. Die Folgen der Klimakrise werden in ihrer vollen Härte vor allem die nachfolgenden Generationen betreffen. In der Politik geht es um genau solche Aushandlungsprozesse. Es müssen Kompromisse gefunden werden für komplexe Problemlagen. Hierfür gibt es oftmals keine einfachen und schnellen Lösungen. Der Weg dahin ist oft langwierig und sehr anstrengend, aber notwendig. Welche positiven Veränderungen konnten Sie durch Ihre Arbeit bewirken oder beobachten? In den letzten fünf Jahren, von 2019 bis 2024, waren wir BÜNDNISGRÜNEN Teil der Landesregierung und konnten dadurch viele wichtige Dinge beschließen. Zum Beispiel haben wir ein Transparenzgesetz beschlossen, wodurch die Bürger*innen ein Recht auf Einblick in staatliches Handeln bekommen und die Kennzeichnungspflicht für die Polizei im Einsatz eingeführt. Wir haben außerdem ein modernes Gleichstellungsgesetz beschlossen, dass Frauen bessere Teilhabe in der Verwaltung ermöglicht. Für den Klimaschutz haben wir in der vergangenen Regierung Geld für die Kommunen bereitgestellt, damit sie vor Ort Klimaschutzprojekte finanzieren können. Mit dem Klimafonds im Land haben wir aktiv Investitionen in klimafreundliche Technologien, wie z.B. Balkonkraftwerke, für Bürger*innen und Unternehmen unterstützt. Welche langfristigen Ziele verfolgen Sie mit Ihrer Tätigkeit? Ich habe begonnen mich politisch zu engagieren, weil ich an die liberale Demokratie glaube und diese gegen ihre Feinde verteidigen will. Dies treibt mich noch immer um und ist für uns alle als Gesellschaft eine langfristige Aufgabe. Ich setze mich dafür ein, dass wir die Klimakrise aktiv bekämpfen und langfristig als Land klimaneutral werden. Welche Empfehlung würden Sie jungen Menschen oder Interessierten geben, die sich engagieren möchten? Wenn man etwas bewegen möchte, ist es am besten, sich mit anderen zusammenzuschließen, denn gemeinsam kann man mehr erreichen. Politische Arbeit und Engagement sind auch Teamarbeit. Darum empfehle ich jungen Menschen oder Interessierten, sich ein Thema zu suchen, für das sie brennen, und sich dann mit anderen zusammen zu engagieren, egal ob Partei, Verein oder Bürgerinitiative. Unsere Demokratie lebt vom Mitmachen! Wie können Interessierte Ihr Projekt unterstützen oder weitere Informationen erhalten? Wer gern mehr über die Arbeit eines Landtagspolitikers erfahren möchte oder noch sonstige Fragen hat, kann sich gern an mich wenden. Die politische Arbeit kann man auch bei einem Besuch des Sächsischen Landtages kennenlernen. Hierfür kann man sich als Besuchergruppe anmelden und beispielsweise eine Landtagssitzung oder öffentliche Ausschussanhörung besuchen. Besuchergruppen können über meine beiden Regionalbüros organisiert werden. Kontaktmöglichkeiten: E-Mail: mail@valentinlippmann.de Website: valentinlippmann.de Instagram: @valippmann Regionalbüro Grüne Ecke Bischofsplatz 6 01097 Dresden E-Mail: regionalbuero-dresden@valentinlippmann.de Regionalbüro Meißen Leipziger Straße 4 01662 Meißen E-Mail: regionalburo-meissen@valentinlippmann.de weitere Interviews
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