e-learning

Interview

Interview mir Valentin Lippmann

Interviews Interview mir Valentin Lippmann Interview mit Oliver Gibtner-Weidlich Interview mit Georg Salditt Interview mit Sophia Philipp Interview mit Nilsson Samuelsson Politik, Demokratie & Klimaschutz: Warum Engagement den Unterschied macht Politik, Demokratie & Klimaschutz: Warum Engagement den Unterschied macht Ein Interview mit Valentin Lippmann – Landtagsabgeordneter von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Parlamentarischer Geschäftsführer und stellvertretender Fraktionsvorsitzender – über seine politischen Anfänge, die Verantwortung im Sächsischen Landtag, die Herausforderungen demokratischer Aushandlungsprozesse und die zentrale Rolle gelebten Engagements für die Zukunft. Könnten Sie sich bitte kurz vorstellen? Mein Name ist Valentin Lippmann. Ich wurde 1991 in Dresden geboren, bin in der Neustadt aufgewachsen, wo ich bis heute wohne. Ich habe Politikwissenschaften studiert und 2015 den Masterstudiengang „Politik und Verfassung” an der TU Dresden abgeschlossen. Seit 2014 bin ich Mitglied des Sächsischen Landtags. In welcher Funktion sind Sie aktuell tätig? Ich bin Landtagsabgeordneter. Für die BÜNDNISGRÜNE Fraktion vertrete ich die Themen Innenpolitik, Justiz, Sport und Weinbau. Außerdem bin ich Parlamentarischer Geschäftsführer und stellvertretender Fraktionsvorsitzender. Das heißt, ich koordiniere die Arbeit meiner Fraktion im Parlament. Was hat Sie dazu bewogen, sich in diesem Bereich zu engagieren? Noch während der Schulzeit begann ich mich, bedingt durch meine Sorge um die Zukunft unseres Planeten und meiner Unzufriedenheit mit dem Schulsystem, politisch zu engagieren, und war Schulsprecher. Während dieser Zeit wurde ich auch Mitglied der Grünen Jugend und wenig später auch Parteimitglied bei BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN. Welche konkreten Tätigkeiten umfasst Ihre Arbeit? In meiner Arbeit im Parlament beschäftige ich mich mit den verschiedensten Themen: von sächsischen Schulen, über Polizei und Feuerwehren bis hin zum Weinbau im Elbtal. Im Landtag beschließen wir Gesetze und stellen Anträge an die Staatsregierung, die diese umzusetzen hat. Zudem kontrollieren wir das konkrete Regierungshandeln. Ich sitze zudem in verschiedenen Ausschüssen, z.B. im Ausschuss für Inneres, Kommunales und Sport. In den Ausschüssen arbeiten wir ganz vertieft an Anträgen und Gesetzen, bevor wir diese dann im Plenum, das heißt in Anwesenheit aller Abgeordneten, beschließen. Wir Abgeordneten können auch die Regierung befragen, die uns dann innerhalb einer Frist antworten muss. Diese Anfragen werden veröffentlicht. Dadurch können wir frühzeitig auf Probleme hinweisen und die Öffentlichkeit dazu informieren. Zudem bin ich auch für die Bürger*innen im Land ansprechbar, weil ich als Abgeordneter die Interessen aller vertrete. Dazu habe ich zwei Regionalbüros in Sachsen, eines in Dresden und eines in Meißen, die für mich den Kontakt mit den Bürger*innen organisieren. Warum ist Ihre Arbeit insbesondere für Sachsen von Bedeutung? Als Mitglied des Landtages trage ich Verantwortung für die Landesgesetzgebung, z.B. im Bereich der Schulen, der Polizei und der Justiz. Wir beschließen außerdem den Landeshaushalt und entscheiden damit über das Budget der Regierung. In der Opposition ist besonders die Kontrolle der sächsischen Staatsregierung und Verwaltung eine wichtige Aufgabe für mich als Abgeordneter. Dazu können wir die Regierung befragen, auf Missstände hinweisen und alternative Vorschläge, z.B. zu Gesetzen, unterbreiten. Welche Herausforderungen begegnen Ihnen in Ihrem Tätigkeitsbereich? Politische Entscheidungen haben oftmals weitreichende Folgen und müssen langfristig gedacht werden. Um beispielsweise die Klimakrise zu bekämpfen, erscheinen die notwendigen Belastungen für viele kurzfristig als sehr extrem. Langfristig sind sie aber zwingend notwendig. Die Folgen der Klimakrise werden in ihrer vollen Härte vor allem die nachfolgenden Generationen betreffen. In der Politik geht es um genau solche Aushandlungsprozesse. Es müssen Kompromisse gefunden werden für komplexe Problemlagen. Hierfür gibt es oftmals keine einfachen und schnellen Lösungen. Der Weg dahin ist oft langwierig und sehr anstrengend, aber notwendig. Welche positiven Veränderungen konnten Sie durch Ihre Arbeit bewirken oder beobachten? In den letzten fünf Jahren, von 2019 bis 2024, waren wir BÜNDNISGRÜNEN Teil der Landesregierung und konnten dadurch viele wichtige Dinge beschließen. Zum Beispiel haben wir ein Transparenzgesetz beschlossen, wodurch die Bürger*innen ein Recht auf Einblick in staatliches Handeln bekommen und die Kennzeichnungspflicht für die Polizei im Einsatz eingeführt. Wir haben außerdem ein modernes Gleichstellungsgesetz beschlossen, dass Frauen bessere Teilhabe in der Verwaltung ermöglicht. Für den Klimaschutz haben wir in der vergangenen Regierung Geld für die Kommunen bereitgestellt, damit sie vor Ort Klimaschutzprojekte finanzieren können. Mit dem Klimafonds im Land haben wir aktiv Investitionen in klimafreundliche Technologien, wie z.B. Balkonkraftwerke, für Bürger*innen und Unternehmen unterstützt. Welche langfristigen Ziele verfolgen Sie mit Ihrer Tätigkeit? Ich habe begonnen mich politisch zu engagieren, weil ich an die liberale Demokratie glaube und diese gegen ihre Feinde verteidigen will. Dies treibt mich noch immer um und ist für uns alle als Gesellschaft eine langfristige Aufgabe. Ich setze mich dafür ein, dass wir die Klimakrise aktiv bekämpfen und langfristig als Land klimaneutral werden. Welche Empfehlung würden Sie jungen Menschen oder Interessierten geben, die sich engagieren möchten? Wenn man etwas bewegen möchte, ist es am besten, sich mit anderen zusammenzuschließen, denn gemeinsam kann man mehr erreichen. Politische Arbeit und Engagement sind auch Teamarbeit. Darum empfehle ich jungen Menschen oder Interessierten, sich ein Thema zu suchen, für das sie brennen, und sich dann mit anderen zusammen zu engagieren, egal ob Partei, Verein oder Bürgerinitiative. Unsere Demokratie lebt vom Mitmachen! Wie können Interessierte Ihr Projekt unterstützen oder weitere Informationen erhalten? Wer gern mehr über die Arbeit eines Landtagspolitikers erfahren möchte oder noch sonstige Fragen hat, kann sich gern an mich wenden. Die politische Arbeit kann man auch bei einem Besuch des Sächsischen Landtages kennenlernen. Hierfür kann man sich als Besuchergruppe anmelden und beispielsweise eine Landtagssitzung oder öffentliche Ausschussanhörung besuchen. Besuchergruppen können über meine beiden Regionalbüros organisiert werden. Kontaktmöglichkeiten: E-Mail: mail@valentinlippmann.de Website: valentinlippmann.de Instagram: @valippmann Regionalbüro Grüne Ecke Bischofsplatz 6 01097 Dresden E-Mail: regionalbuero-dresden@valentinlippmann.de Regionalbüro Meißen Leipziger Straße 4 01662 Meißen E-Mail: regionalburo-meissen@valentinlippmann.de weitere Interviews

Interview mir Valentin Lippmann Weiterlesen »

Interview mit Oliver Gibtner-Weidlich

Interviews Interview mir Valentin Lippmann Interview mit Oliver Gibtner-Weidlich Interview mit Georg Salditt Interview mit Sophia Philipp Interview mit Nilsson Samuelsson Kultur, Digitalisierung und Engagement: Warum kulturelle Bildung heute wichtiger denn je ist Kultur, Digitalisierung und Engagement: Warum kulturelle Bildung heute wichtiger denn je ist Ein Interview mit Oliver Gibtner-Weidlich – Projektmanager, Digitalisierungsexperte und Vorstand der LKJ Sachsen – über politische Herausforderungen, kulturelle Teilhabe, digitale Inklusion für Jung und Alt und die Bedeutung kultureller Bildung als demokratisches Fundament in Sachsen. Welche beruflichen Rollen hast du derzeit inne?Hauptberuflich bin ich Geschäftsführer des Forums für Kultur und Bildung, einer Bildungsorganisation mit Sitz in Sachsen, dieProjekte für verschiedene Zielgruppen umsetzt – von Kindern über Berufstätige bis hin zu Senior*innen. Zusätzlich berate ich Kulturorganisationen, insbesondere in Fragen der Digitalisierung. Dabei geht es nicht darum, inhaltlich reinzureden, sondern Strukturen und Prozesse so zu gestalten, dass sie auch mit knappen Ressourcen zukunftsfähig sind. Was hat dich dazu bewogen, dich im Bereich kulturelle Bildung und Projektmanagement zu engagieren? Wie bist du dorthin gekommen?Ich habe mich schon als Kind und Jugendlicher sehr für Kunst und Kultur begeistert. Ich habe Theaterstücke inszeniert und mich auch um die Organisation gekümmert. Ich bin damals sogar zum Kulturamt gegangen, um für unsere Projekte Fördermittel zu beantragen – mit 16 Jahren, ganz ohne Anleitung. Das hat irgendwie funktioniert, und dieses Erfolgserlebnis hat mich geprägt. Später habe ich gemerkt, wie viel Potenzial in Bildung und insbesondere in kultureller Bildung steckt, das jedoch nicht ausreichend genutzt wird – gerade auch im Bereich der Digitalisierung. Das hat mich dazu bewegt, sowohl hauptberuflich als auch ehrenamtlich in diesem Feld tätig zu sein. Was sind typische Herausforderungen für kulturelle Bildung bei der digitalen Transformation?Die Herausforderungen sind vielfältig. Oft hängt es davon ab, ob eine Einrichtung kommunal angebunden ist – dann gibt es viele bürokratische Hürden. Zum Beispiel haben viele städtische Museen keine eigene Website, sondern sind in Unterseiten der Stadt-Webseite eingebettet, was ihre digitale Sichtbarkeit stark einschränkt. Dazu kommt, dass viele Akteur*innen zwar fachlich stark sind, aber wenig digitales Know-how mitbringen. Diese Lücke versuche ich zu schließen. Was ist deine Aufgabe im Vorstand der Landesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (LKJ)?Ich bin seit vielen Jahren im Vorstand der LKJ Sachsen. Meine Rolle dort ist vor allem im Bereich der politischen Interessenvertretung und Lobbyarbeit angesiedelt. Wir versuchen, kulturelle Bildung stärker ins Bewusstsein von Gesellschaft und Politik zu rücken – besonders in Zeiten, in denen Kürzungen drohen. Kulturarbeit wird oft als selbstverständlich angenommen, weil viele sie mit großer intrinsischer Motivation leisten. Das macht sie aber gleichzeitig sehr verletzlich gegenüber Einsparungen. Wie sehen junge Menschen kulturelle Bildung? Gibt es bestimmte Interessen oder Trends?Das ist sehr unterschiedlich. Klar ist, dass wir ein großes Stadt-Land-Gefälle haben. In Leipzig oder Dresden ist das Interesse groß, aber gerade im ländlichen Raum ist kulturelles Engagement oft schwieriger. Dort ist es aber besonders wichtig. Ein weiteres Problem ist, dass sich Engagement viele erst einmal leisten können müssen. FSJ-Stellen sind zum Beispiel zwar vergütet, aber in einem so geringen Maße, dass oftmals eine weitere Unterstützung durch die Eltern notwendig ist. Welche Maßnahmen gibt es, um mehr Teilhabe zu ermöglichen?Eine wichtige Neuerung ist, dass FSJ-Stellen auch in Teilzeit möglich sind. So können die Freiwilligen zusätzlich arbeiten und sich den Freiwilligendienst eher leisten. Außerdem versuchen wir, mehr Aufklärungsarbeit zu leisten, etwa dass ein FSJ auch mit Realschulabschluss möglich ist. Leider ist die Zahl der Plätze nach wie vor begrenzt. Welche Rolle spielen digitale Angebote und Medienkompetenz in deiner Arbeit?Eine sehr große. Es geht dabei weniger um technische Schulungen als um kreative, niedrigschwellige Projekte, die nebenbei Medienkompetenz fördern. Wenn Jugendliche z. B. lernen, wie sie ein Skatevideo schneiden, verstehen sie gleichzeitig, wie Medien manipulativ funktionieren können. Auch Erwachsenenbildung spielt hier eine Rolle – etwa durch Fortbildungen für Sportvereine zur Bekämpfung von Hate Speech. Welche Rolle spielt digitale Teilhabe – auch für ältere Menschen?Digitale Teilhabe wird oft auf junge Menschen reduziert, aber auch Senior*innen nutzen Smartphones und digitale Medien. Gerade für ältere Menschen können digitale Angebote soziale Teilhabe ermöglichen. Es geht nicht darum, alles „hip“ zu machen, sondern funktionale Vorteile zu schaffen – etwa durch niedrigschwellige Informationsangebote oder digitale Beteiligungsmöglichkeiten. Auch für diese Zielgruppe gilt: Digitalisierung muss mitgedacht werden. Warum ist diese Arbeit gerade in Sachsen so wichtig?Weil die politische Lage in Sachsen angespannt ist und sich zunehmend radikalisiert. Kulturelle Bildung ist ein Mittel der Demokratieförderung – und je mehr Strukturen wegfallen, desto mehr Raum bekommen extremistische Kräfte. Gerade in den 1990er Jahren haben wir gesehen, was passiert, wenn Jugendclubs schließen: Rechte Gruppen springen ein. Umso wichtiger ist es, dass wir Strukturen stärken und öffentlich sichtbar machen, was kulturelle Bildung leistet. Was ist aktuell die größte Herausforderung deiner Arbeit?Ganz klar: die Finanzierungslage. Es geht dabei weniger um Kürzungen als um fehlende Planungssicherheit. Besonders problematisch ist, dass der Haushalt in Sachsen oft nicht rechtzeitig beschlossen wird. Das führt zu Förderlücken, die sich kleine Organisationen schlicht nicht leisten können. Hinzu kommt, dass Förderentscheidungen auf kommunaler Ebene manchmal von rechtsextremen Akteur*innen beeinflusst werden – das gefährdet unsere Arbeit massiv. Gab es für dich besonders positive Erlebnisse, die dich motivieren?Ja, viele! Einmal hat ein Lehrer in einem Workshop seinen Schüler in einem Video erkannt, der sich sonst im Unterricht nie meldet. Er war völlig überrascht, wie aktiv der Junge im Projekt war. Oder eine Schülerin, die sich nach einem unserer Projekte langfristig sozial engagiert hat. Auch ein ehemaliger junger Häftling, dessen Kunstwerk in einem Wettbewerb ausgezeichnet wurde, bleibt mir besonders in Erinnerung. Das zeigt, wie sehr kulturelle Bildung wirken kann – auch in Extremsituationen. Wie erlebst du die Unterstützung durch zivilgesellschaftliche Akteur*innen?Sehr positiv. Gerade in ländlichen Regionen begegnen uns viele Menschen mit Offenheit und Hilfsbereitschaft. Die Netzwerke sind oft eng und gut vernetzt. Aber natürlich gibt es auch Hürden – wie Bürokratie – die Engagement erschweren. Trotzdem erlebe ich viel Bereitschaft, sich einzubringen. Das ist viel wert und ein wichtiger Motor für Engagement. Was würdest du jungen Menschen empfehlen, die sich engagieren wollen?Einfach loslegen! Sucht euch Leute, die ähnliche Interessen haben, oder schließt euch bestehenden Strukturen an. Man muss nicht alles alleine machen. Es gibt viele Anlaufstellen,

Interview mit Oliver Gibtner-Weidlich Weiterlesen »

Interview mit Georg Salditt

Interviews Interview mir Valentin Lippmann Interview mit Oliver Gibtner-Weidlich Interview mit Georg Salditt Interview mit Sophia Philipp Interview mit Nilsson Samuelsson Demokratie stärken und Natur bewahren: Warum Engagement auf allen Ebenen gebraucht wird Demokratie stärken und Natur bewahren: Warum Engagement auf allen Ebenen gebraucht wird Ein Interview mit Georg Salditt – Bereichsleiter Bildung und Abteilungsleiter für Natur und Umwelt des Internationalen Bildungszentrums St. Marienthal – über die Bedeutung von Demokratie- und Umweltbildung, die Chancen und Herausforderungen digitaler Medien sowie die Motivation, Menschen für aktives zivilgesellschaftliches Engagement zu gewinnen. Könnten Sie sich einmal kurz vorstellen? Mein Name ist Georg Salditt, ich wohne in Ostritz. Beruflich bin ich ausgebildeter Diplom-Forstwirt und Diplom-Sozialpädagoge. In welcher Funktion sind Sie tätig? Ich bin derzeit Bereichsleiter für Bildung sowie Abteilungsleiter für Natur und Umwelt in der Stiftung Internationales Begegnungszentrum St. Marienthal. Was hat Sie dazu bewogen, sich in diesem Bereich zu engagieren? Mein Engagement gründet auf der Überzeugung, dass Demokratie und die Bewahrung der Schöpfung (Umweltschutz) vom aktiven Mittun leben. Welche konkreten Tätigkeiten umfasst Ihre Arbeit? Ich bin vor allem in den Bereichen Demokratiebildung und Umweltbildung aktiv. In diesem Rahmen organisieren wir insbesondere mehrtägige Veranstaltungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Warum ist Ihre Arbeit insbesondere für Sachsen von Bedeutung? Die Arbeit wäre weltweit relevant, aber ich kann mich schwerpunktmäßig auf Sachsen konzentrieren, da dies unser unmittelbares Umfeld ist. Welche Herausforderungen begegnen Ihnen in Ihrem Tätigkeitsbereich? Eine zentrale Herausforderung besteht darin, dass die Themen „Demokratiesicherung“ und „Umweltschutz“ oft von anderen gesellschaftlichen Themen überlagert werden und dadurch weniger Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit erhalten. Außerdem sind diese Themen durch Angriffe von Rechts bedroht. Welche Angebote spielen digitale Angebote und Medienkompetenz in Ihrer Arbeit? Als Begegnungszentrum setzen wir in erster Linie auf persönliche Begegnungen, in denen auch Medienkompetenz vermittelt wird. Digitale Angebote sind dabei eher begleitend. Wie wichtig ist Medienkompetenz für zivilgesellschaftliches Engagement? Medienkompetenz wird zunehmend wichtiger, insbesondere vor dem Hintergrund von Fake News und der Mobilisierung von Massen über das Internet. Welche Herausforderungen und Chancen beobachten Sie im Umgang mit digitalen Medien und Medienkompetenz – insbesondere im Hinblick auf zivilgesellschaftliches Engagement und demokratische Teilhabe? Digitale Medien bieten die Chance zu schneller Kommunikation und einem guten Überblick über relevante Themen. Gleichzeitig stellt die Informationsflut eine Herausforderung dar – hier sollte man sich klar abgrenzen und positionieren. Welche positiven Veränderungen konnten Sie durch Ihre Arbeit bewirken oder beobachten? Wir konnten bereits viele Menschen motivieren und unterstützen, zivilgesellschaftlich aktiv zu werden und so das Engagement für Demokratie und Umweltschutz stärken. Welche langfristigen Ziele verfolgen Sie mit Ihrer Tätigkeit? Mein langfristiges Ziel ist der Erhalt der Demokratie und die Bewahrung der Schöpfung. Welche Unterstützung wäre erforderlich, um Ihre Arbeit zu intensivieren oder auszuweiten? Wie bei vielen Projekten sind zusätzliche Ressourcen essentiell – dazu zählen vor allem Zeit, finanzielle Mittel und engagierte Unterstützer*innen. Welche Empfehlung würden Sie jungen Menschen oder Interessierten geben, die sich engagieren möchten? Freiwilliges Engagement zahlt sich aus und bereichert das eigene Leben! Wie können Interessierte Ihr Projekt unterstützen oder weitere Informationen erhalten? Weitere Informationen finden Sie auf unserer Website: www.ibz-marienthal.deWir sind auch auf Social Media aktiv: Facebook & Instagram.   weitere Interviews

Interview mit Georg Salditt Weiterlesen »

Interview mit Sophia Philipp

Interviews Interview mir Valentin Lippmann Interview mit Oliver Gibtner-Weidlich Interview mit Georg Salditt Interview mit Sophia Philipp Interview mit Nilsson Samuelsson Medienkompetenz und Demokratie: Warum Medienkompetenz kein Luxus sein darf Medienkompetenz und Demokratie: Warum Medienkompetenz kein Luxus sein darf Ein Interview mit Sophia Philipp – ausgebildete Lehrerin und Medienpädagogin bei Social Web macht Schule – über die Förderung von Medien- & Demokratiekompetenz, die Bedeutung kritischer Medienkompetenz und die Herausforderungen im digitalen Raum. Könnten Sie sich bitte kurz vorstellen? Mein Name ist Sophia Philipp, ich lebe in Dresden und bin ausgebildete Lehrerin für Französisch und Physik. Nach meinem Studium an der TU Dresden und dem Referendariat war ich als Lehrerin in Sachsen tätig. Seit Mai 2024 bin ich als Medienpädagogin bei Social Web macht Schule gGmbH aktiv. In welcher Funktion sind Sie aktuell tätig? Ich arbeite als Medienpädagogin bei Social Web macht Schule. Dort konzipiere und begleite ich medienpädagogische Schulprojekte und unterstütze Schulen bei der Förderung von Medien- und Demokratiekompetenz. Aktuell habe ich die Projektleitung im Bereich „Medienkompetenz x Demokratiebildung“ bei Social Web macht Schule inne.  Was hat Sie dazu bewogen, sich in diesem Bereich zu engagieren? Während meiner Zeit als Lehrerin habe ich erlebt, wie stark Jugendliche digitalen Medien ausgesetzt sind, oft ohne die nötige Kompetenz, Inhalte kritisch zu hinterfragen. Themen wie Hassrede, Desinformation oder digitale Diskriminierung tauchten auch im Schulalltag auf. Ich wollte hier gezielter ansetzen und junge Menschen in ihrer Medienkompetenz stärken. Deshalb entschied ich mich für den Wechsel in die außerschulische Bildungsarbeit bei Social Web macht Schule. Welche konkreten Tätigkeiten umfasst Ihre Arbeit? Ich führe Workshops an Schulen zu Themen wie Cybermobbing, Fake News, Suchtgefährdung oder Diskriminierung in der Popkultur durch. Dazu kommen begleitende Elternabende und Fortbildungen für Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte. Außerdem arbeite ich an der Visualisierung von Lehr- und Lernmaterialien und entwickle gemeinsam mit dem Team neue Formate für den digitalen Bildungsbereich. Warum ist Ihre Arbeit insbesondere für Sachsen von Bedeutung? In Sachsen ist die Medienbildung an Schulen sehr unterschiedlich ausgebaut. In den Lehrplänen ist Demokratiebildung fest verankert. Allerdings geraten Schulen durch den aktuellen Lehrkräftemangel bei der Umsetzung an ihre Grenzen. Viele Lehrkräfte wünschen sich Unterstützung, gerade im Umgang mit komplexen Themen wie digitaler Hassrede oder extremistischen Inhalten. Unser Angebot schafft hier praxisnahe und niedrigschwellige Zugänge. Welche Herausforderungen begegnen Ihnen in Ihrem Tätigkeitsbereich? Eine große Herausforderung ist die schnelle Entwicklung digitaler Phänomene, z. B. neue Plattformen, neue Narrative, neue Risiken, neue Entwicklungen im Bereich Künstliche Intelligenz. Hier bedarf es einer ständigen Weiterbildung. Außerdem stoßen Schulen oft an organisatorische oder finanzielle Grenzen, wenn es um externe Bildungsangebote geht. An dieser Stelle versuchen wir die Schulen zu unterstützen, indem man gemeinsam nach Finanzierungsmöglichkeiten und Förderungen sucht. Nicht zuletzt beobachten wir auch bei Jugendlichen selbst ein hohes Maß an Verunsicherung im digitalen Raum, bei gleichzeitig großer Abhängigkeit davon. Es ist dabei essentiell, die Sorgen der Jugendlichen ernst zu nehmen und thematisch aufzugreifen. Welche positiven Veränderungen konnten Sie durch Ihre Arbeit bewirken oder beobachten? Unsere Arbeit bei Social Web macht Schule zeigt auf mehreren Ebenen Wirkung, bei den Schüler*innen, den Lehrkräften und in der gesamten Schulkultur. Auf Schüler*innen-Ebene beobachten wir häufig, dass sie nach unseren Workshops bewusster und kritischer mit digitalen Inhalten umgehen.  Auch auf Seiten der Lehrkräfte sind Veränderungen spürbar. Viele sagen, dass sie durch unsere Veranstaltungen Sicherheit im Umgang mit digitalen Herausforderungen gewonnen haben, sowohl technisch als auch pädagogisch. Sie bekommen von uns konkrete Materialien und Methoden an die Hand, die sie in den Unterricht integrieren können. Es ist oft spürbar, dass unser Angebot eine Lücke schließt, für die im regulären Schulbetrieb häufig die Zeit oder Expertise fehlt. Langfristig tragen wir dazu bei, dass in Schulen offener über digitale Themen gesprochen wird. Durch unsere Impulse entsteht in manchen Schulen ein Bewusstsein dafür, dass digitale Bildung nicht nur ein Technik-, sondern vor allem ein Demokratie-Thema ist. Es gibt Schulen, die nach unseren Workshops interne Projekte zu Medienkompetenz oder Demokratiebildung aufgesetzt haben und bei denen wir fester Bestandteil der Schuljahresplanung sind. Ein konkreter Erfolg ist zum Beispiel ein schuljahresübergreifendes Projekt an einer Oberschule in Dresden, bei dem wir in den Klassen 5 und 8 das Fach „Medienkompetenz“ durchführen. Welche langfristigen Ziele verfolgen Sie mit Ihrer Tätigkeit? Ich möchte dazu beitragen, dass Medien- und Demokratiebildung ein selbstverständlicher Bestandteil schulischer Bildung wird. Ziel ist es, Jugendliche zu mündigen und kritischen Nutzer*innen digitaler Medien zu befähigen. Welche Unterstützung wäre erforderlich, um Ihre Arbeit zu intensivieren oder auszuweiten? Wir brauchen langfristige strukturelle und finanzielle Unterstützung, um unsere Angebote flächendeckend umzusetzen. Derzeit sind viele Fördermöglichkeiten projektgebunden, befristet und mit einem enorm hohen Verwaltungsaufwand verbunden und das oft für vergleichsweise kleine Beträge. Für kleine Teams wie unseres bedeutet das, dass wir sehr viel Energie in Antragstellung, Abrechnungen und Nachweise investieren müssen und die uns dann in der eigentlichen pädagogischen Arbeit fehlt. Wir wünschen uns daher eine Förderkultur, die einfacher zugänglich ist und mehr Planungssicherheit ermöglicht. Statt nur punktuell Projekte zu finanzieren, wäre es hilfreich, wenn auch institutionelle Förderung stärker in den Blick genommen wird, also Unterstützung, die nicht nur für ein einzelnes Projekt, sondern für die gesamte Bildungsarbeit einer Organisation bereitsteht. Auch eine stärkere Vernetzung mit Schulen, Bildungseinrichtungen und politischen Entscheidungsträger*innen ist essentiell. Wenn wir gemeinsam daran arbeiten, Medien- und Demokratiebildung als Querschnittsaufgabe im Bildungssystem zu verankern, können wir unsere Wirkung erheblich steigern. Welche Empfehlung würden Sie jungen Menschen oder Interessierten geben, die sich engagieren möchten? Mein Tipp: Informiert euch, bildet euch weiter, bleibt kritisch und sucht euch ein Thema, das euch persönlich berührt. Auch in sozialen Medien wie TikTok oder Instagram findet ihr viele spannende Kanäle, die Hintergründe erklären, Informationen einordnen oder zum Nachdenken anregen. Nutzt diese Plattformen bewusst, statt euch nur berieseln zu lassen. Ob über Projekte, Initiativen oder digitale Kanäle, Engagement kann viele Formen haben. Wichtig ist: Nicht wegschauen, sondern aktiv werden. Gibt es noch etwas, das Sie gerne mitteilen möchten? Digitale Bildung darf kein Luxus sein. Gerade in einer Zeit, in der sich gesellschaftliche Debatten zunehmend ins Netz verlagern, ist es unerlässlich, dass alle jungen Menschen Zugang zu medienpädagogischer Bildung erhalten. Das ist nicht nur eine Bildungsfrage, sondern auch eine

Interview mit Sophia Philipp Weiterlesen »

Interview mit Nilsson Samuelsson

Interviews Interview mir Valentin Lippmann Interview mit Oliver Gibtner-Weidlich Interview mit Georg Salditt Interview mit Sophia Philipp Interview mit Nilsson Samuelsson Migration, Integration und Engagement: Warum aktive Teilhabe so entscheidend ist Migration, Integration und Engagement: Warum aktive Teilhabe so entscheidend ist Ein Interview mit Nilsson Samuelsson – Stadtplaner und langjähriger Vorstandsvorsitzender des Ausländerrat Dresden e.V. –  über die Bedeutung zivilgesellschaftlichen Engagements, die Unterstützung von Menschen mit Migrations- und Fluchterfahrung und die Rolle digitaler Medien in der Meinungsbildung und demokratischer Teilhabe. Kannst du dich einmal kurz vorstellen? Ich bin Nilsson Samuelsson, 58 Jahre alt. Ich komme aus Schweden und bin 1998 über einen Erasmus-Austausch nach Dresden gekommen. Seit 2010 arbeite ich in der Stadtverwaltung als Stadtplaner. Nach meiner Ankunft in Dresden hatte ich schon ziemlich früh Kontakt mit dem Ausländerrat Dresden. Die haben immer viele Veranstaltungen organisiert, wie Sommerfeste, bei denen ich öfter dabei war und ich fand es einen coolen Verein, der gute Sachen macht. Dann habe ich im Ausländerrat Menschen kennengelernt und bin Mitglied geworden. Später war ich dann im Vorstand stellvertretender Vorsitzender und habe dann den ehrenamtlichen Vorstand übernommen. Der Ausländerrat ist inzwischen über 35 Jahre alt, stark gewachsen und alles begann mit dem Gedanken, Menschen zu helfen, sich hier zurechtzufinden. Alle Projekte, die wir umsetzen, zielen darauf ab, Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrung zu helfen und dabei die Stadtgesellschaft zusammenzuhalten. Denn wenn Menschen gut ankommen, dann finden sie auch einen Platz und dann trägt das auch dazu bei, dass die Stadtgesellschaft etwas davon hat. Welche konkreten Aufgaben umfasst da deine Arbeit? Ich bin im ehrenamtlichen Vorstand tätig, neben meiner 40-Stunden-Arbeit als Stadtplaner. Die Vorstandsarbeit besteht aus monatlichen Vorstandssitzungen. Der Vorstand besteht aus 7 Personen aus verschiedenen Ländern mit verschiedenen Perspektiven und Hintergründen. Wir übernehmen vor allem formelle Aufgaben, haben daneben aber auch eine Geschäftsführung und eine Geschäftsstelle, die die „Alltagsarbeit” übernehmen. Dabei werden zahlreiche verschiedene Projekte betreut für verschiedene Altersgruppen und in verschiedenen Sprachen, Flüchtlingsarbeit, Sozialarbeit und noch mehr. Wir haben inzwischen 50-70 Mitarbeitende an mehreren Standorten, die teilweise auch relativ autonom in ihren Projekten arbeiten, weshalb ich auch bis heute nicht alle Mitarbeitenden kennengelernt habe. Kannst du mir ein konkretes Projekt nennen, was der Ausländerrat gerade umsetzt? Wir haben zum Beispiel einen Kindergarten, das Café Halva in Johannstadt als eine Art Treff, ein Frauenprojekt und auch einen Männertreff mit Vätern – Diese Projekte laufen dann alle über mehrere Jahre. Darüber hinaus schauen wir immer in die Gegenwart: Was ist gerade aktuell? Wo passen unsere Kompetenzen rein? Wenn Bund, Länder oder Gemeinden nach freien Trägern suchen, die Aufgaben übernehmen können, dann setzen wir auch da verschiedene Projekte im sozialen Bereich um. Warum ist deine Arbeit und die Arbeit des Ausländerrats vor alle für Sachsen oder für Dresden von Bedeutung? Soweit ich weiß sind wir die größte selbstorganisierte Migrantenorganisation in Sachsen. Über die vielen Jahre hinweg haben wir uns ein Netzwerk aufgebaut. Viele Menschen haben sich über den Ausländerrat Dresden kennengelernt und auch viele, die heute nicht mehr direkt bei uns sind, sind in anderen Organisationen aktiv. Das ist alles nur möglich, weil wir auch Menschen haben, die sich Vollzeit damit beschäftigen. Ehrenamtlich stößt man irgendwann an seine Grenzen, was man leisten kann. Wenn man sich jedoch als Verein organisiert, hat man ein ideelles Ziel und mit der Bindung professioneller Menschen, wie Sozialpädagog*innen und Expert*innen, und ehrenamtlichen Mitarbeitenden, kann man aus diesem ideellen Ziel etwas aufbauen, was man als einzelner Mensch nicht bewältigen kann. Ich glaube, das ist es, was den Ausländerrat ausmacht – Über die Jahre hinweg diese Kombination aus gutem, professionellem Arbeiten und ehrenamtlichem Engagement. Dadurch entfaltet man eine Kraft, die deutlich größer ist als die Stunden, die da bezahlt werden. Neben dem knappen zeitlichen Aspekt in Ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit – welchen Herausforderungen begegnest du sonst noch in deiner Arbeit? Unsere Grundarbeit beruht auf dem Wissen darum, dass die Welt so ist, wie sie ist und schlimme Dinge passieren. Und an bestimmten Orten führt das dazu, dass Menschen dort nicht bleiben können und weg müssen. Daraufhin müssen Menschen Asyl beantragen. Sie bekommen aus verschiedenen Gründen ein Recht zu bleiben – oder auch nicht. Auch diese Gruppe gibt es, die zwischen Tür und Angel schweben und manchmal niemand für sie da ist. Das ist eine Herausforderung, die Welt so zu nehmen, wie sie ist, und nicht, wie sie sein sollte. Es gibt nicht nur die Gesetze – Menschen haben Bedürfnisse jenseits von dem, was gerade zulässig oder nicht zulässig ist. Das ist also eine große Herausforderung: Alles dafür zu tun, dass Menschen, die hier sind, aus welchen Gründen auch immer, sich gut beraten fühlen. Sie auf Bildungskonzepte aufmerksam zu machen oder auf Vereine zu verweisen. Dazu gehören natürlich auch ganz alltägliche Dinge wie Sprache und Amtsgänge, oder auch Fahrradfahren, was auch ein Projekt bei uns ist.Auch Geschlechterrollen sind außerhalb Europas ein wenig anders gelagert als hier. Nun sollen wir nicht zeigen, dass bei uns alles perfekt ist, es ist ei Foto: Ulrike Samuelsson weitere Interviews

Interview mit Nilsson Samuelsson Weiterlesen »