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Die Bühne ist offen, aber wer traut sich hinauf?  – Fragerunden als Spiegel demokratischer Teilhabe

Jakob | Student – Soziologe Eine persönliche Perspektive von Jakob aus der soziologischen Forschung über Podiumsdiskussionen, soziale Bühnen und den Unterschied zwischen formaler Offenheit und tatsächlicher Teilhabegerechtigkeit. Sowie die Frage, warum Demokratie mehr braucht als eine Einladung zum Mitreden. Die Moderation bedankt sich bei allen Teilnehmenden der Podiumsdiskussion, dann wird die Fragerunde für das Publikum geöffnet. Meistens herrscht erst für ein paar Sekunden Ruhe, in anderen Momenten überträgt sich eine angespannte, kontroverse Debatte auch in viele eifrige Meldungen. Jetzt sollen alle die Möglichkeit haben, ihre eigenen Erfahrungen zu teilen und die Politiker*innen oder Expert*innen mit ihren eigenen Meinungen zu konfrontieren. Schon seit meiner frühen Jugend befand ich mich oft in der Situation, über eine mögliche Frage oder einen Beitrag nachzudenken. Je älter ich wurde, desto häufiger traute ich mich auch, in ein mir in die Hand gegebenes Mikrofon zu sprechen. Rückblickend kann die Situation der Fragerunde, die wahrscheinlich viele Menschen kennen, auch für etwas viel Größeres stehen: unsere Gesellschaft selbst. Der Soziologe Erving Goffman hat soziale Situationen einmal mit einem Theater verglichen. Dabei beschreibt er diese Situationen als Bühne, auf der Rollen verteilt sind, mit einem Publikum hier und Sprechenden dort, und mit Regeln, die selten ausgesprochen, aber von fast allen befolgt werden1. Was sich in diesen wenigen Minuten der Fragerunde abspielt, ist deshalb mehr als eine Randnotiz des Abends. Es ist ein kleines Abbild dessen, wie Teilhabe in unserer Gesellschaft insgesamt funktioniert. Formal ist die Bühne für alle offen. Jede*r darf das Mikrofon ergreifen, jede*r darf fragen. Und doch tun es meistens nur wenige. Die Philosophin Nancy Fraser hat für genau diese Kluft einen Begriff geprägt2: Sie unterscheidet zwischen einer formal offenen Öffentlichkeit und tatsächlicher Teilhabegerechtigkeit, also der Frage, ob Menschen nicht nur eingeladen werden, sondern auch wirklich in der Lage sind, gleichberechtigt mitzureden. Genau diese Lücke ist es, die mich an den Fragerunden interessiert. Woher kommt dieser Unterschied? Diese Frage begleitet mich nicht nur als jemanden, der selbst oft genug im Publikum gesessen hat, sondern auch als forschenden Soziologen. In meinem Studium habe ich gelernt, gerade an solchen Stellen genauer hinzusehen: Dort, wo etwas selbstverständlich erscheint, obwohl es das eigentlich nicht ist. Fragerunden wirken meistens offen, demokratisch und einladend. Aber wenn ich ehrlich bin, ertappe ich mich auch heute noch oft dabei, wie ich abwäge, ob sich mein Beitrag lohnt, ob meine Frage klug genug klingt oder ob ich in diesem Moment überhaupt das Recht habe, das Mikrofon zu nehmen. Genau hier trennt sich die formale von der tatsächlichen Teilhabe. Formal ist die Einladung an alle gleich: dasselbe Mikrofon, dieselbe Redezeit, dasselbe Recht auf eine Frage. Tatsächlich wird sie aber sehr ungleich genutzt, was selten mit fehlendem Interesse zu tun hat. Der Soziologe Pierre Bourdieu würde stattdessen vermutlich von kulturellem Kapital sprechen: von der Übung, den Vorbildern als junger Mensch, dem eingeübten Gefühl, dass man in einer solchen Situation sprechen darf und kann3. Aber auch von dem “richtigen” Vokabular und den passenden, an die Rolle angelehnten Verhaltensregeln. Wer in der Jugend selten erlebt hat, dass die eigene Meinung zählt, wer nie gesehen hat, dass Menschen mit den gleichen Hintergründen das Mikrofon in die Hand nehmen, für den ist der Schritt von der Zuschauer*innen- in die Sprecher*innenrolle ungleich größer als für jemanden, der genau das schon oft eingeübt hat. Es geht dabei aber nicht nur darum, ob man sich traut, sondern auch, wie man sprechen darf, wenn man es tut. Die Philosophin Iris Marion Young hat kritisiert, dass viele demokratische Formate stillschweigend eine bestimmte Art zu sprechen bevorzugen: sachlich, argumentativ, distanziert4. Wer eher erzählt statt argumentiert, wer emotional statt nüchtern spricht, läuft Gefahr, nicht als “legitimer” Redebeitrag wahrgenommen zu werden, selbst wenn das Mikrofon längst in der Hand liegt. Aus meiner eigenen Forschung kenne ich diese Kluft nur zu gut. Dort nennt man sie nur anders. Auch in der Wissenschaft gibt es die Frage, wer denn eigentlich antwortet, wenn gefragt wird. Wer nimmt an Umfragen teil, wer lässt sich auf ein Interview ein, in welche Milieus dringt man mit seiner Forschung überhaupt vor? Der Wissenschaftssoziologe Thomas Gieryn beschreibt zum Beispiel, wie ständig neu verhandelt wird, wer als legitime Stimme in der Wissensproduktion gilt und wer nicht, ein Prozess, den er “boundary work”, also “(Ab-)Grenzarbeit” nennt5. Citizen Science, also Formate, in denen Bürger*innen selbst an Forschung mitwirken, gilt als vielversprechende Idee, Wissenschaft und Gesellschaft näher zusammenzubringen. Doch auch hier zeigt sich oft dasselbe Muster wie bei der Fragerunde: Erreicht werden vor allem die, die ohnehin schon wissen, dass ihre Beteiligung erwünscht und ihre Stimme relevant ist. Wer sich für Wissenschaft ohnehin schon interessiert, findet den Weg in solche Projekte. Wer sich davon ausgeschlossen fühlt, bleibt eher fern. Diese Erkenntnis stellt auch mich selbst, beziehungsweise jegliche demokratische Arbeit, infrage. Wenn Teilhabe nicht allein durch offene Formate entsteht, sondern von Übung, Vorbildern und dem Gefühl abhängt, gemeint zu sein, dann reicht es nicht, eine Bühne zu öffnen und zu hoffen, dass sich alle gleichermaßen angesprochen fühlen. Auch ich merke immer wieder, wie leicht man selbst zu denen gehört, die eine solche Bühne mitgestalten, ohne zu bemerken, wie unzugänglich sie für andere wirken kann. Der Soziologe und Linguist Basil Bernstein hat schon in den 1970er-Jahren gezeigt, dass Bildungssprache, also der sogenannte elaborierte Code, vor allem denjenigen leicht fällt, die in einem entsprechenden Milieu aufgewachsen sind, während sie für andere eine echte Hürde bedeutet6. Bei öffentlichen Veranstaltungen erlebe ich das oft: Man spricht über Teilhabe, über Zugänglichkeit, über Demokratie und erreicht damit doch meist ein Publikum, das ohnehin schon gebildet, ohnehin schon bürgerlich, ohnehin schon überzeugt ist. Der Anspruch, für alle verständlich zu sein, und die tatsächliche Sprache, die man spricht, klaffen auseinander – bei mir genauso wie bei der Bühne, von der ich eingangs erzählt habe. Der soziologische Blick und meine Forschung helfen mir, solche Muster überhaupt erst zu erkennen. Sie schützen mich aber nicht davor, sie selbst mitzutragen. Was helfen kann, diese Kluft wenigstens ein Stück zu verkleinern, ist aktiv auf Menschen zuzugehen, statt zu warten, dass sie von selbst kommen. Es geht darum, beispielsweise Citizen-Science-Formate so zu gestalten, dass sie

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AGOR – Opening Ausstellung von Catrin Grosse, Iris Stoeber & Chris Bird-Jones AGOR ist ein internationales Kollektiv zeitgenössischer Künstler*innen, das während der Covid-19-Pandemie entstand. In einer Zeit der Isolation, Unsicherheit und geschlossenen Grenzen ließ das Projekt aus der Distanz Verbindung entstehen und zeigte, dass künstlerischer Austausch auch unter den schwierigsten Umständen möglich bleibt. Für Künstler*innen bedeutete die Pandemie den Verlust von Möglichkeiten zur Ausstellung, von Publikum, Reisen und direktem Austausch. Gleichzeitig führte der Brexit zu neuen Barrieren für die kulturelle Zusammenarbeit zwischen dem Vereinigten Königreich und Europa. Doch die Überzeugung blieb bestehen, dass Kunst weitergehen muss – selbst wenn die Welt zum Stillstand kommt. Was als Online-Residenzprogramm begann, entwickelte sich zu einer fortlaufenden internationalen Zusammenarbeit zwischen Wales und Deutschland durch Residenzen, Ausstellungen und Dialog. Im Zentrum von AGOR steht die zeitgenössische Kunst als gemeinsames Gespräch. Das Kollektiv bringt Künstler*innen zusammen, deren Praktiken unterschiedlich sind, die jedoch die Überzeugung teilen, dass Kunst Grenzen überschreiten kann – geografische, kulturelle und politische. Der Fokus auf Künstlerinnen verweist auf die weiterhin bestehende Ungleichheit in der Sichtbarkeit innerhalb der bildenden Kunst und auf die Notwendigkeit, Repräsentation und Austausch zu stärken. Diese Ausstellung findet in der Full Moon Gallery statt – einem Ort, der während des Lockdowns durch seine Schaufenster-Ausstellungen für die Öffentlichkeit zugänglich blieb. In diesem Sinne teilen die Gallery und AGOR eine gemeinsame Haltung: Beide reagierten auf Isolation nicht mit Rückzug, sondern indem sie neue Wege fanden, die Verbindung zwischen Künstler*innen und Publikum aufrechtzuerhalten. Die Ausstellung vereint Arbeiten von Catrin Grosse, Iris Stoeber und Chris Bird-Jones sowie ausgewählte zeitgenössische Künstlerinnen aus Wales. In Skulptur, Installation, Zeichnung, Fotografie, Druck, Glas und Mixed Media untersuchen die Arbeiten Transformation, Wahrnehmung, Erinnerung und materielle Veränderung. Unterschiedliche visuelle Sprachen treffen in einem gemeinsamen Raum des Austauschs und der Reflexion aufeinander. AGOR eröffnet einen Ort der Begegnung für zeitgenössische Kunst über Grenzen hinweg. Und erinnert uns daran, dass Kunst weitergehen muss – selbst in Zeiten der Trennung. 30.August – 25. September 2026Vernissage | 30. August 2026 | 20:00 Uhr Full Moon GalleryEintritt frei!   EN — AGOR – OpeningExhibition by Catrin Grosse, Iris Stoeber & Chris Bird-Jones  AGOR is an international collective of contemporary artists that emerged during the Covid-19 pandemic. In a time of isolation, uncertainty, and closed borders, the project transformed distance into connection, showing that artistic exchange can continue even under the most difficult circumstances. For artists, the pandemic meant the loss of exhibitions, audiences, travel, and direct exchange. At the same time, Brexit introduced new barriers to cultural collaboration between the United Kingdom and Europe. Yet the conviction remained that art must continue—even when the world comes to a standstill. What began as an online residency developed into an ongoing international collaboration connecting Wales and Germany through residencies, exhibitions, and dialogue. At the heart of AGOR is contemporary art as a shared conversation. The collective brings together artists whose practices differ, but who are united by the belief that art can cross borders—geographical, cultural, and political. A focus on women artists reflects the continuing imbalance in visibility within the visual arts and the need to strengthen representation and exchange. This exhibition is presented at Full Moon Gallery, a space that remained open to the public during lockdown through its window exhibitions. In this way, the gallery and AGOR share a common approach: both responded to isolation not by withdrawing, but by finding new ways to stay connected between artists and audiences. The exhibition brings together works by Catrin Grosse, Iris Stoeber and Chris Bird-Jones, alongside selected contemporary women artists from Wales. Through sculpture, installation, drawing, photography, print, glass, and mixed media, the works explore transformation, perception, memory, and material change. Different visual languages meet in a shared space of exchange and reflection. AGOR is an opening – a meeting place for contemporary art across borders. And a reminder that even in times of separation, art must go on. 30 August – 25 September 2026 Vernissage | 30 August  2026 | 8:00 PM Full Moon Gallery Free admission! 

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DRITTER NEWSLETTER

Der 3. Newsletter des MedienDemokratieHubs ist da! In den vergangenen Monaten ist im Projekt „MedienDemokratieHub – Sachsen gestaltet Zukunft“ viel entstanden. Neben zahlreichen Workshops an Schulen in ganz Sachsen wurden neue digitale Angebote entwickelt, die Medienkompetenz, demokratische Teilhabe und gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken. In unserem dritten Newsletter geben wir Einblicke in die bisherigen Aktivitäten, stellen die neue MedienDemokratieMap, unsere Stories und Interviews sowie das interaktive E-Learning-Angebot vor und zeigen, wie gemeinsam ein wachsendes Netzwerk für Demokratie und Medienbildung in Sachsen entsteht.  

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Ulrike Cadot-Knorr | Lebenslanges Lernen Landeshauptstadt Dresden

Dresden als Stadt des Lebenslangen Lernens gestalten Dresden als Stadt des Lebenslangen Lernens gestalten Ein Interview mit Ulrike Cadot-Knorr – Referentin für Lebenslanges Lernen bei der Landeshauptstadt Dresden – über ihre Arbeit, Lernräume in der Stadt zu vernetzen, Bildung als fortlaufenden Prozess erlebbar zu machen und wie digitale Angebote und Medienkompetenz dazu beitragen, Zugänge zu öffnen und Teilhabe zu stärken. Könnten Sie sich bitte kurz vorstellen? Mein Name ist Ulrike Cadot-Knorr, lebhaft in Dresden, und ich bin seit 2018 bei der Landeshauptstadt Dresden beschäftigt. In welcher Funktion sind Sie aktuell tätig? Ich bin Referentin für Lebenslanges Lernen der Landeshauptstadt Dresden, Geschäftsbereich Bildung, Jugend und Sport. Was hat Sie dazu bewogen, sich in diesem Bereich zu engagieren? Der Anstoß für mein Engagement im Bereich Lebenslanges Lernen liegt in meiner langjährigen Arbeit in der Kulturellen Bildung und meinem tiefen Interesse daran, Bildung als einen integrativen, gesellschaftlich wirksamen Prozess zu gestalten. Durch meine beruflichen Stationen, in denen ich kulturelle und bildungsbezogene Projekte initiiert und begleitet habe, wurde mir klar, wie stark Lernen das Leben der Menschen ganzheitlich prägt und verbindet. Ich wollte dieser Wirkung eine neue, breitere Dimension geben: nicht nur einzelne Angebote zu entwickeln, sondern Bildung als fortlaufenden, lebensweltlichen und stadtgesellschaftlichen Prozess zu verstehen und strategisch aktiv mitzugestalten. Mein Anspruch ist es, die vielfältigen Lernräume unserer Stadt so zu vernetzen und weiterzuentwickeln, dass sie für viele Menschen zugänglich sind und Lernen als bereichernde Erfahrung in allen Lebensphasen erfahrbar wird (z. B. in Kultur, Freizeit, Ehrenamt und Alltag). Mir geht es darum, meine bisherigen beruflichen Erfahrungen zu nutzen, um Bildungsprozesse in der Landeshauptstadt Dresden langfristig und für möglichst viele Menschen wirksam zu gestalten. Welche konkreten Tätigkeiten umfasst Ihre Arbeit? Meine Arbeit umfasst die Analyse und Bewertung der Bildungsstrukturen in Dresden, insbesondere im Hinblick auf Bildungsbedarfe und Veränderungsprozesse. Ein zentraler Aufgabenbereich ist die Steuerung und Umsetzung des städtischen Gesamtkonzepts Lebenslanges Lernen (L3) zur Förderung von Bildungschancen für alle Bürgerinnen und Bürger. Darüber hinaus begleite ich die Volkshochschule Dresden fachlich und strategisch. Dazu gehören unter anderem das Fördermittel- und Vertragsmanagement sowie die Mitgestaltung von Strategieprozessen. Ich berate außerdem die Geschäftsbereichsleitung für Bildung, Jugend und Sport. Ein weiterer wichtiger Bestandteil meiner Tätigkeit ist die aktive Mitarbeit in Netzwerken und Gremien auf kommunaler, Landes-, Bundes- und internationaler Ebene, um die Weiterentwicklung von Lernorten kontinuierlich voranzubringen. Zudem vertrete ich Dresden im UNESCO Global Network of Learning Cities, wodurch wir Wissen, beispielhafte Praxis und vieles mehr integrieren können. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Öffentlichkeitsarbeit: Dazu gehören Beiträge zum öffentlichen Diskurs, Präsentationen sowie Publikationen im Rahmen von L3. Ergänzend dazu berate und begleite ich verschiedene Bildungseinrichtungen. Warum ist Ihre Arbeit insbesondere für Sachsen von Bedeutung? Meine Arbeit ist für Sachsen relevant, weil sie zeigt, welche Rolle Kommunen heute im Bildungsbereich übernehmen können und müssen. Mit dem Gesamtkonzept Lebenslanges Lernen in Dresden arbeite ich an einer strategischen Grundlage, die Bildung nicht auf Schule oder Ausbildung reduziert, sondern als kommunale Gestaltungsaufgabe über alle Lebensphasen hinweg versteht. Dresden begreife ich dabei als Lernort im umfassenden Sinn: Lernen findet in Kultureinrichtungen, im Ehrenamt, im Quartier, im Beruf und im Alltag statt. Gerade diese non-formalen Bildungsprozesse prägen den größten Teil unseres Lebens und sind entscheidend für Teilhabe, Orientierung und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Für Sachsen ist dieser Ansatz bedeutsam, weil er auf aktuelle gesellschaftliche Veränderungen reagiert – etwa den demografischen Wandel, Fragen der Chancengerechtigkeit, der Digitalisierung, der nachhaltigen Entwicklung und der Polarisierung unserer Stadtgesellschaft – und diese auf kommunaler Ebene konkret bearbeitbar macht. Das Dresdner Gesamtkonzept orientiert sich dabei an den Zielen der Agenda 2030, nicht als abstrakter Rahmen, sondern als praktischer Maßstab für Bildungsplanung, Kooperation und langfristige Verantwortung. Welche Herausforderungen begegnen Ihnen in Ihrem Tätigkeitsbereich? Eine der größten Herausforderungen ist es, Lebenslanges Lernen nicht nur konzeptionell zu denken, sondern es auch praktisch wirksam zu machen. Das betrifft vor allem die Frage, wie die gezielte Förderung des Bereichs so gestaltet werden kann, dass sie tatsächlich Bedarfe trifft und bestehende Arbeit stärkt, statt neue Strukturen neben bereits vorhandene zu setzen. Gleichzeitig arbeite ich in einer sehr vielfältigen Bildungslandschaft, in der vieles parallel entsteht. Diese Vielfalt ist wertvoll, macht es aber notwendig, genauer hinzuschauen: Wo gibt es ggf. Doppelstrukturen? Wo fehlen Verbindungen? Und wie können wir vorhandene Ressourcen besser bündeln? Eine weitere Herausforderung ist die Sichtbarkeit. Ein großer Teil des Lernens findet non-formal, also außerhalb von Schule und beruflicher Bildung statt – in Kultur, im Ehrenamt, in Initiativen oder im Alltag. Diese Bildungsleistungen sind oft zu wenig sichtbar und werden nicht selbstverständlich als Bildung anerkannt. Hier braucht es gezielte Kommunikation und ein Umdenken. Anspruchsvoll ist auch der Aufbau eines stadtweiten Monitorings für Lebenslanges Lernen angesichts der großen Vielfalt von Akteurinnen und Akteuren. Es geht nicht darum, alles messbar zu machen, sondern darum, eine gemeinsame Grundlage zu schaffen, um Entwicklungen besser einschätzen und steuern zu können. Besonders deutlich wird die Herausforderung bei den Ressourcen: Viele Akteure der non-formalen Bildungslandschaft arbeiten unter engen Rahmenbedingungen, während sich gesellschaftliche Anforderungen sehr schnell verändern. Mit dieser Dynamik umzugehen und dennoch langfristig zu planen, ist ein ständiger Balanceakt. Welche Rolle spielen digitale Angebote und Medienkompetenz in Ihrer Arbeit? Digitale Angebote sind für meine Arbeit vor allem dann relevant, wenn es um Zugänglichkeit geht. Sie ermöglichen Lernformate, die sich besser an unterschiedliche Lebensrealitäten anpassen – zeitlich, räumlich und organisatorisch. Das ist eine zentrale Voraussetzung, wenn man Lebenslanges Lernen ernst meint. Ich verstehe Bildung nicht als etwas, das an einen festen Ort oder einen bestimmten Zeitpunkt gebunden ist. Digitale Formate helfen dabei, Lernen als fortlaufenden Prozess zu denken, der sich verändern darf und an individuelle Bedürfnisse anschließt. Gleichzeitig erlebe ich, dass digitale Räume in der Bildungsarbeit oft noch zu wenig mitgedacht werden. Medienkompetenz ist eine Schlüsselkompetenz des 21. Jahrhunderts, wird aber gerade im non-formalen Bereich häufig unterschätzt oder einfach vorausgesetzt. Bei vielen Akteurinnen und Akteuren fehlt es hier noch an Erfahrung, Wissen oder passenden Ressourcen. Meine Aufgabe sehe ich darin, diese Lücke zu thematisieren, Kompetenzen aufzubauen und digitale Angebote so einzusetzen, dass sie tatsächlich Reichweite erzeugen und mehr Menschen erreichen – nicht als technische Lösung, sondern als Teil einer zeitgemäßen Bildungsarbeit. Wie wichtig ist Medienkompetenz

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Jennifer Bernecker | metro polis e.V.

Zivilgesellschaftliche Gesprächsarbeit in der Straßenbahn: Wie direkte Begegnungen Demokratie stärken Zivilgesellschaftliche Gesprächsarbeit in der Straßenbahn: Wie direkte Begegnungen Demokratie stärken Ein Interview mit Jennifer Bernecker – Gesprächsbegleitung und Projektmitarbeiterin bei metro polis e.V. – über die Bedeutung direkter Kommunikation im öffentlichen Raum, die Chancen und Herausforderungen zivilgesellschaftlichen Engagements und die Sichtbarkeit von Bürger*innenperspektiven. Ein Interview mit Jennifer Bernecker – Gesprächsbegleitung und Projektmitarbeiterin bei metro polis e.V. – über die Bedeutung direkter Kommunikation im öffentlichen Raum, die Chancen und Herausforderungen zivilgesellschaftlichen Engagements und die Sichtbarkeit von Bürger*innenperspektiven. Könnten Sie sich bitte kurz vorstellen? Mein Name ist Jennifer Bernecker, geb. 1993, ich wohne seit 2016 in Dresden und habe nach meiner Ausbildung zur Ergotherapeutin noch das Abendgymnasium besucht und bis vor kurzem Soziologie im Bachelor an der TU Dresden studiert. In welcher Funktion sind Sie aktuell tätig? Ich arbeite beim metro polis e.V. und dort vor allem in der Rolle der Gesprächsbegleitung zwischen Fahrgästen in Dresdner Straßenbahnen. Seit Oktober 2025 werde ich auch in projektkoordinatorische Tätigkeiten sowie in die Öffentlichkeitsarbeit für den Verein eingearbeitet. Was hat Sie dazu bewogen, sich in diesem Bereich zu engagieren? Ich habe metro_polis vor ein paar Jahren schon einmal selbst als interessierte Bahnfahrerin gesehen und fand den Ansatz damals schon sehr originell und erfrischend. Als ich von meinem Auslandssemester wiederkam und einen neuen Job gesucht habe, habe ich gesehen, dass Moderator*innen gesucht werden. Ich fand den Ansatz der Gewaltfreien Kommunikation und die Idee, anders über wichtige Themen zu sprechen, spannend. Welche konkreten Tätigkeiten umfasst Ihre Arbeit? Zum Einen lade ich Fahrgäste aktiv zu unserem Gesprächsprojekt in der Straßenbahn ein. Dafür fahren wir von Endstation zu Endstation und gehen proaktiv auf die Menschen zu. Daneben moderiere ich diese Gespräche zwischen den Fahrgäst*innen. Außerdem tragen wir Erfahrungswerte und Vorschläge in die metro_polis-App ein, die sich auf unseren Tablets befindet und die wir im Gespräch nutzen. Darüber hinaus werde ich gerade in die (digitale) Öffentlichkeitsarbeit eingearbeitet und werde die Social-Media-Kanäle sowie die Homepage betreuen. Zur Arbeit gehören auch regelmäßige Supervisionen, Teamtage und Besuche zu Tagungen, Kongressen und ähnlichen Veranstaltungen. Warum ist Ihre Arbeit insbesondere für Sachsen von Bedeutung? Wir sind in Dresden, Leipzig und seit letztem Jahr auch in Chemnitz in den Straßenbahnen unterwegs und sprechen ganz direkt mit den Bürger*innen aus Sachsen über ihre Erfahrungen. Die Idee zu metro_polis entstand dadurch, dass es verstärkt zu verbalen Auseinandersetzungen in der Bahn, aber auch insgesamt in der Gesellschaft gekommen ist und die Art, wie miteinander gesprochen wird, nicht mehr zielführend war. Sachsen erscheint vielleicht besonders als Austragungsort von Problemen, Ängsten und Sorgen, wobei wir der Meinung sind, dass metro_polis in jeder Stadt möglich ist. Welche Herausforderungen begegnen Ihnen in Ihrem Tätigkeitsbereich? Auch wenn schon knapp 14.000 Menschen seit 2019 am Projekt teilgenommen haben, gibt es auch viele Menschen, die das Angebot ablehnen. Das akzeptieren wir, denn das Angebot beruht auf Freiwilligkeit. Es ist mitunter schwierig den Menschen zu vermitteln, dass wir wirklich an ihren Erfahrungen interessiert sind. Viele Menschen sind erst einmal skeptisch und fragen uns, welche Wirkung denn aus dem Projekt hervorgeht. Andere trauen sich nicht, mit fremden Menschen zu sprechen oder glauben, sie hätten nichts beizutragen. Und neben der „Akquise“ von Teilnehmenden ergeben sich mitunter Schwierigkeiten in den Gesprächen, wenn verschiedene Lebensrealitäten und Kommunikationsstile aufeinanderprallen und diese moderiert werden möchten. Dass es dann konstruktiv und versöhnlich im Gespräch weitergeht, ist hohe (Moderations-)Kunst – aber genau dafür sind wir ja da! Welche Rolle spielen digitale Angebote und Medienkompetenz in Ihrer Arbeit? Wir haben seit c.a. 1 ½ Jahren Tablets, die wir mit in die Gespräche nehmen. Dort tragen wir (anonyme) Metadaten der Fahrgäste ein, ihre Dauer am Gespräch und ihre Ideen zum aktuellen Thema. Diese formulieren wir so, dass sie als Items in der metro_polis-App zur Verfügung stehen und in jedem weiteren Gespräch von den moderierenden Personen eingebracht werden können. So entstehen pro Thema viele Erfahrungen und Vorschläge, die wir als „kollektiven Meinungsbildungsprozess“ beschreiben. Wie wichtig ist Medienkompetenz für zivilgesellschaftliches Engagement? Uns ist in den Gesprächen oft aufgefallen, dass sich der Erfahrungswert vieler Teilnehmenden auf Medien jeglicher Art bezieht, also das, was sie gelesen, gesehen oder gehört haben. Das hat einen großen Einfluss auf ihre Meinungsbildung. Wenn wir nachfragen, ob sie schon selbst diese Erfahrung gemacht haben oder ähnliches selbst erlebt haben, dann verneinen sie oft. Für uns spielt das eine große Rolle, weil wir auf der Erfahrungsebene ansetzen und verstehen wollen, wie Menschen zu ihren Einstellungen gelangen. Daher ist Medienkompetenz unerlässlich, um einordnen zu können, woher gewisse Gefühle oder Bedürfnisse gespeist werden – ob sie medial produziert sind oder durch eigenes Erleben. Welche Herausforderungen und Chancen beobachten Sie im Umgang mit digitalen Medien und Medienkompetenz – insbesondere im Hinblick auf zivilgesellschaftliches Engagement und demokratische Teilhabe? Die Herausforderung ist vielleicht schon klar geworden. Durch die Vielzahl an Kanälen, Informationen und den Wahrheitsanspruch, die alle vertreten, wird es immer schwieriger herauszufinden, wer denn im „Recht“ ist. Die gesellschaftliche Debatte fokussiert sich aber sehr stark darauf und ist unserer Meinung nicht zielführend. In Zeiten von „alternativer Wahrheiten“ und „Fake News“ wird es ziemlich sicher in der Zukunft noch schwieriger, alle „Wahrheiten“ miteinander zu vereinen. Die Chance von digitalen Medien steckt aber vor allem in der Möglichkeit, viele Menschen durch digitale Medien zu erreichen und Tools zu entwickeln, die Engagement beispielsweise sichtbarer machen. Viele Menschen in den Gesprächen wissen oft nicht von verschiedenen Angeboten und digitale Medien können hier hilfreich sein. Welche positiven Veränderungen konnten Sie durch Ihre Arbeit bewirken oder beobachten? Mithilfe von metro_polis haben eine Vielzahl von Menschen miteinander gesprochen, die sonst nicht aufeinandergetroffen wären. Sie haben, je nachdem wie lange ihre Fahrtdauer war, verschiedene Perspektiven kennenlernen können. Wenn wir Menschen in der Bahn wiedertreffen, berichten sie uns, dass sie noch lange über das Gespräch nachgedacht haben oder durch das Gespräch neue Impulse erfahren haben. Außerdem stellt metro_polis eine Schnittstelle zwischen Verwaltung und Zivilbevölkerung dar. Unsere Ergebnisse sind frei verfügbar für Verwaltung und Politik und dies wird nun auch häufiger konkret genutzt. Beispielsweise sind wir 2024 zum Thema „Kommunale Wärmewende“ in Dresden gefahren und konnten so den ansässigen Planer*Innen wertvolle

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Resonanzraum Erzgebirge e.V.

Erzgebirge Web Instagram Resonanzraum Erzgebirge e.V. Was sind eure zentralen Ziele und Werte als Organisation? Der Verein setzt sich für Demokratie, gesellschaftliche Teilhabe und den Schutz der Menschenrechte ein. Grundlage der Arbeit sind Solidarität, Offenheit und Respekt. Er engagiert sich aktiv gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und Diskriminierung und nutzt Kunst und Kultur als Mittel, um Austausch, kreative Ausdrucksformen und gesellschaftlichen Dialog zu fördern. Wer gehört zu eurer Zielgruppe? Menschen aus der Region Erzgebirge, Kulturschaffende, zivilgesellschaftliche Initiativensowie alle, die sich für Demokratie, Vielfalt und gesellschaftliches Engagement einsetzenmöchten. Was motiviert euch in eurer Arbeit? Warum tut ihr, was ihr tut? Resonanzraum Erzgebirge reagiert auf zunehmende rechtsextreme Einstellungen und Diskriminierung in der Gesellschaft. Ziel ist es, Menschen zusammenzubringen, demokratische Werte zu stärken und gemeinsam an einer offenen, solidarischen und gerechten Gesellschaft zu arbeiten. Was bietet ihr als Organisation? – Workshops, Vorträge und Bildungsangebote zur Demokratiebildung– Begegnungsräume für Dialog und gemeinschaftlichen Austausch– Kulturelle Veranstaltungen und künstlerische Projekte– Aufklärungsarbeit gegen Diskriminierung– Kooperationen mit regionalen und internationalen Partner*innen Projekte Karoline Loth, Sandy Becker & Johann Stützer (Vorstand) 0176 40 43 77 44 vorstand@resonanzraum-erzgebirge.de Friedrichstraße 25 A 09380 Thalheim/Erzgeb.

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Alternatives Kultur- und Bildungszentrum Sächsische Schweiz (AKuBiZ)

Sächsische Schweiz-Osterzgebirge www.akubiz.de akubizpirna Alternatives Kultur- und Bildungszentrum Sächsische Schweiz (AKuBiZ) Was sind eure zentralen Ziele und Werte als Organisation? – Wer gehört zu eurer Zielgruppe? – Was motiviert euch in eurer Arbeit? Warum tut ihr, was ihr tut? – Was sucht ihr als Organisation? – Referierende zu speziellen Fachthemen Was bietet ihr als Organisation? – Habt ihr bestimmte Anforderungen oder Wünsche an Kooperationspartner? – Projekte 0351 407 662 40 kontakt@akubiz.de Schössergasse 3, 01796 Pirna

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JKPeV

From 29 to 31 August 2025, the intersection in front of the KulturCentrale in the heart of the Hechtviertel neighbourhood was transformed into a vibrant meeting place for culture, creativity and joie de vivre. For three days, neighbours, friends and guests from near and far celebrated together at the Hecht#Tag – FestivalHochDrei, which combined rousing concerts, colourful workshops, a diverse art and creative market and a peaceful, relaxed atmosphere. Hecht#WarmUp on Friday with sunshine, music and encounters In front of the KulturCentrale, the weather was perfect and the atmosphere was exuberant for three days: people danced, laughed, struck up conversations and let themselves be carried away by music and creativity. Friday evening kicked off the festival with a sunny start, already showcasing the special mix of music, encounters and Hechtviertel charm. From the first beats to rousing concerts, an atmosphere was created that immediately put visitors in the festival mood. Conversations mingled with laughter, people danced on cobblestones and… Bands and DJs such as Clinical Riot!, TrioMariza and Riley & Voltz provided a varied and inspiring programme. Hecht#Day on Saturday @KulturCentrale On Saturday, Hecht#Tag, it became clear just how much the festival can move people. In the afternoon, the participatory circus captivated young and old alike. With juggling, diabolo and a joy of playing, a place was created where families could laugh, learn and marvel together. The perfect musical accompaniment by various DJs such as Mando Mand:ela and Funky Forelle made the fun complete. Bands such as Zuckerbrot & Peitsche and Gracefull Fall also created an exuberant atmosphere. The musical diversity on Saturday was complemented by creative workshops and the art and craft market, which invited visitors to browse, discover and exchange ideas. In the evening, the energy level rose once again when Banda Comunale took to the stage. The Kulturinsel filled with people dancing exuberantly and getting carried away by the music. For many, this moment was the highlight of the weekend – an image full of community spirit, diversity and pure joie de vivre.

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In den vergangenen zwei Wochen durften wir an der Semper Oberschule Dresden mit Schüler*innen spannende Themen rund um die digitale Welt erkunden.

24. September 2025 In den vergangenen zwei Wochen durften wir an der Semper Oberschule Dresden mit Schüler*innen spannende Themen rund um die digitale Welt erkunden. Im ersten Workshop ging es um das Erkennen und Bekämpfen von Fake News – wie lassen sich Falschinformationen entlarven, und welche Strategien helfen, kritisch zu bleiben? Im zweiten Workshop stand die sichere und verantwortungsvolle Nutzung sozialer Medien im Fokus: Themen wie digitale Privatsphäre, respektvolle Kommunikation und die Balance zwischen Chancen und Risiken sozialer Netzwerke wurden gemeinsam reflektiert und diskutiert. Wir freuen uns schon sehr auf die kommenden Wochen, in denen wir an der Semper Oberschule weitere spannende Themen vertiefen dürfen.

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