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Story von Stephanie Meichsner-Eschborn

Stories Story von Stephanie Meichsner-Eschborn Eine persönliche Perspektive von Stephanie Meichsner-Eschborn Eine persönliche Perspektive von Stephanie Meichsner-Eschborn Stephanie Meichsner-Eschborn – Projektleitung von SINN – Zukunftsplattform für soziale Innovationen Sachsen – über die Herausforderungen und Hoffnungen des Engagements im ländlichen Sachsen. Einmischen im Gegenwind – Lokales Engagement als Antwort auf gesellschaftliche Brüche Es gibt Tage, an denen ich denke: Man kann kaum noch das Steuer halten und die eigene Kraft wird nie genug sein. Zu viele Konflikte, zu viel Polarisierung, zu viele Stimmen, die sich gegenseitig übertönen, anstatt zuzuhören. Aber dann begegne ich wieder einem dieser Menschen – einem Menschen, der mit Energie, Wärme und Kreativität einen Ort des Zusammenhalts schafft. Vielleicht ist es ein Dorftreff, ein Veranstaltungsraum im ehemaligen Bahnhofsgebäude, ein Jugendprojekt in einer sächsischen Kleinstadt. Dann weiß ich wieder, warum ich mich engagiere. Und warum Aufgeben keine Option ist. Die Realität vor Ort – zwischen Polarisierung und Hoffnung Ich lebe seit einiger Zeit im ländlichen Raum Sachsens. Hier wird vieles sichtbarer, was auf gesellschaftlicher Ebene oft abstrakt bleibt: Politikverdrossenheit, Rückzug ins Persönliche,  Frust und die Angst, abgehängt zu werden. Zugleich sehe ich, wie stark gerade hier das Bedürfnis nach Gemeinschaft ist – aber auch, wie schwer es geworden ist, Menschen zu erreichen. Die Wege zu analogen Begegnungsorten sind oft weit, die ländliche Infrastruktur lückenhaft und es braucht Motivation, das eigene Heim zu verlassen. Und im digitalen Raum? Dort dominieren oft Lautstärke, Vereinfachung und Empörung. Wer sucht, findet im Netz fast immer eine Bestätigung der eigenen Sicht – nicht unbedingt einen Dialog. Demokratiefeindliche Kräfte wissen das längst: Sie nutzen Social Media gezielt, plakativ und leider sehr erfolgreich. Sie sprechen die Sprache der Vereinfachung in einer komplexen Welt – und das wirkt. Das Problem: Die einfachen Lösungen sind ungeeignet, nicht umsetzbar und oft menschen- und demokratiefeindlich. Für differenzierte Stimmen, für Dialog, für Grautöne ist kaum Platz. Es ist schwer, in diesem Umfeld Menschen zu erreichen, Desinformation zu begegnen und für den zwingenden Erhalt demokratischer Werte zu sensibilisieren.  Und doch erlebe ich nahezu täglich auch andere Bilder. Ich habe das große Glück, in meiner Arbeit als Projektleiterin für SINN Sachsen, unzählige Menschen kennenzulernen, die sich dieser Entwicklung entgegenstellen. Menschen, die mutig analoge und digitale Räume schaffen, wo andere sich zurückziehen. Die zuhören, vernetzen und Verantwortung übernehmen. Die an der Demokratie festhalten – auch wenn sie es gerade schwer hat. Lokale Initiativen als demokratische Lernorte Neben wichtigen digitalen Initiativen sind es besonders die lokalen analogen Initiativen, die Hoffnung machen. Hier entstehen echte Begegnungen, jenseits von Algorithmen und Filterblasen. Ich denke an den Kulturbahnhof Leisnig, wo aus einem leerstehenden Gebäude ein lebendiger Ort für Austausch, Kultur und Teilhabe wurde. Oder an das Haus der Sozialen Vielfalt in Leipzig, das als Vermittler zwischen Migrant:innen und der Mehrheitsbevölkerung Bildungsangebote entwickelt, Begegnungsräume schafft und Demokratieförderung vorantreibt. Oder das Treibhaus in Döbeln, das seit Jahren mit Veranstaltungen, Bildungsarbeit und Jugendprojekten zeigt, wie demokratisches Engagement aussehen und gelingen kann. Diese Orte sind mehr als Projekte. Sie sind Gegenentwürfe zur Entfremdung und zeigen, wie Beteiligung funktioniert: gemeinsam etwas gestalten, zuhören, Konflikte aushalten, Verantwortung übernehmen. Sie sind „Lernorte der Demokratie“, weil sie erfahrbar machen, was unsere Gesellschaft langfristig trägt: Zusammenhalt, Teilhabe und Mitgestaltung. Dort kann man Menschen treffen, die uns möglicherweise aus unserer gedanklichen Komfortzone locken. Dort kann man Toleranz kennen- und Diversität schätzen lernen. Andere Sichtweisen und Meinungen aushalten. Andere Kulturen treffen. Gemeinsam schaffen und erleben. Aber sie sind auch verletzlich. Sie hängen oft an einem kleinen Kreis aus Engagierten, an unsicheren Förderstrukturen, an politischem Rückhalt, der nicht immer gegeben ist. Es braucht Mut, solche Räume zu halten. Und es braucht Unterstützung. Das können verschiedenste Dinge sein: Räume, finanzielle Mittel, handwerkliche Leistungen, kreative Ideen für Angebote, Kuchen für einen Kuchenbasar, der Spenden generiert. Unsere Demokratie braucht Engagement. Denn unsere Demokratie ist nichts, das wir einfach „haben“ und das ganz selbstverständlich für immer bleibt – sie ist etwas, das man immer wieder herstellen muss, kein Zustand, sondern ein andauernder Prozess. Sie lebt davon, dass wir miteinander im Gespräch bleiben – auch wenn es unbequem ist. Dass wir Differenzen aushalten, ohne einander abzuwerten. Und dass wir uns einmischen, auch wenn es leichter wäre, sich zurückzuziehen.  In vielen Gesprächen, Workshops und Projekten erlebe ich, wie schwer das geworden ist – und wie wertvoll. Ich habe gelernt, dass Zuhören ein politischer Akt ist und dass Konflikte nicht das Ende von Dialog sind, sondern oft dessen Anfang. Unsere Gesellschaft ist im Wandel. Das ist anstrengend und ungemütlich, aber eben auch notwendig. Wir können sie gemeinsam demokratisch, tolerant und weltoffen gestalten. Es sind nicht nur „die großen Debatten“, die unsere Demokratie tragen. Es sind die vielen kleinen, konkreten Begegnungen und die Menschen, die sie möglich machen. Sie sind mein Grund, engagiert zu bleiben. Ich sehe, wie Ideen entstehen und wie Menschen sich einbringen – oft leise, aber mit großer Wirkung. Es muss nicht perfekt sein, kein riesiges Vorhaben, keine große Kampagne. Viel wichtiger sind der Mut und die Bereitschaft, sich einzubringen. Wir brauchen mehr Menschen, die sich mit Herz und guter Laune engagieren. Wer sich umsieht, findet sie: die vielen Initiativen, Gruppen und Orte, die gute Beispiele sind, an denen man sich orientieren oder bei denen man sich beteiligen kann.   Stephanie Meichsner-Eschborn Projektleitung SINN – Zukunftsplattform für soziale Innovationen Sachsen weitere Stories

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Interview mit Georg Salditt

Interviews Interview mir Valentin Lippmann Interview mit Oliver Gibtner-Weidlich Interview mit Georg Salditt Interview mit Sophia Philipp Interview mit Nilsson Samuelsson Demokratie stärken und Natur bewahren: Warum Engagement auf allen Ebenen gebraucht wird Demokratie stärken und Natur bewahren: Warum Engagement auf allen Ebenen gebraucht wird Ein Interview mit Georg Salditt – Bereichsleiter Bildung und Abteilungsleiter für Natur und Umwelt des Internationalen Bildungszentrums St. Marienthal – über die Bedeutung von Demokratie- und Umweltbildung, die Chancen und Herausforderungen digitaler Medien sowie die Motivation, Menschen für aktives zivilgesellschaftliches Engagement zu gewinnen. Könnten Sie sich einmal kurz vorstellen? Mein Name ist Georg Salditt, ich wohne in Ostritz. Beruflich bin ich ausgebildeter Diplom-Forstwirt und Diplom-Sozialpädagoge. In welcher Funktion sind Sie tätig? Ich bin derzeit Bereichsleiter für Bildung sowie Abteilungsleiter für Natur und Umwelt in der Stiftung Internationales Begegnungszentrum St. Marienthal. Was hat Sie dazu bewogen, sich in diesem Bereich zu engagieren? Mein Engagement gründet auf der Überzeugung, dass Demokratie und die Bewahrung der Schöpfung (Umweltschutz) vom aktiven Mittun leben. Welche konkreten Tätigkeiten umfasst Ihre Arbeit? Ich bin vor allem in den Bereichen Demokratiebildung und Umweltbildung aktiv. In diesem Rahmen organisieren wir insbesondere mehrtägige Veranstaltungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Warum ist Ihre Arbeit insbesondere für Sachsen von Bedeutung? Die Arbeit wäre weltweit relevant, aber ich kann mich schwerpunktmäßig auf Sachsen konzentrieren, da dies unser unmittelbares Umfeld ist. Welche Herausforderungen begegnen Ihnen in Ihrem Tätigkeitsbereich? Eine zentrale Herausforderung besteht darin, dass die Themen „Demokratiesicherung“ und „Umweltschutz“ oft von anderen gesellschaftlichen Themen überlagert werden und dadurch weniger Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit erhalten. Außerdem sind diese Themen durch Angriffe von Rechts bedroht. Welche Angebote spielen digitale Angebote und Medienkompetenz in Ihrer Arbeit? Als Begegnungszentrum setzen wir in erster Linie auf persönliche Begegnungen, in denen auch Medienkompetenz vermittelt wird. Digitale Angebote sind dabei eher begleitend. Wie wichtig ist Medienkompetenz für zivilgesellschaftliches Engagement? Medienkompetenz wird zunehmend wichtiger, insbesondere vor dem Hintergrund von Fake News und der Mobilisierung von Massen über das Internet. Welche Herausforderungen und Chancen beobachten Sie im Umgang mit digitalen Medien und Medienkompetenz – insbesondere im Hinblick auf zivilgesellschaftliches Engagement und demokratische Teilhabe? Digitale Medien bieten die Chance zu schneller Kommunikation und einem guten Überblick über relevante Themen. Gleichzeitig stellt die Informationsflut eine Herausforderung dar – hier sollte man sich klar abgrenzen und positionieren. Welche positiven Veränderungen konnten Sie durch Ihre Arbeit bewirken oder beobachten? Wir konnten bereits viele Menschen motivieren und unterstützen, zivilgesellschaftlich aktiv zu werden und so das Engagement für Demokratie und Umweltschutz stärken. Welche langfristigen Ziele verfolgen Sie mit Ihrer Tätigkeit? Mein langfristiges Ziel ist der Erhalt der Demokratie und die Bewahrung der Schöpfung. Welche Unterstützung wäre erforderlich, um Ihre Arbeit zu intensivieren oder auszuweiten? Wie bei vielen Projekten sind zusätzliche Ressourcen essentiell – dazu zählen vor allem Zeit, finanzielle Mittel und engagierte Unterstützer*innen. Welche Empfehlung würden Sie jungen Menschen oder Interessierten geben, die sich engagieren möchten? Freiwilliges Engagement zahlt sich aus und bereichert das eigene Leben! Wie können Interessierte Ihr Projekt unterstützen oder weitere Informationen erhalten? Weitere Informationen finden Sie auf unserer Website: www.ibz-marienthal.deWir sind auch auf Social Media aktiv: Facebook & Instagram.   weitere Interviews

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Interview mit Sophia Philipp

Interviews Interview mir Valentin Lippmann Interview mit Oliver Gibtner-Weidlich Interview mit Georg Salditt Interview mit Sophia Philipp Interview mit Nilsson Samuelsson Medienkompetenz und Demokratie: Warum Medienkompetenz kein Luxus sein darf Medienkompetenz und Demokratie: Warum Medienkompetenz kein Luxus sein darf Ein Interview mit Sophia Philipp – ausgebildete Lehrerin und Medienpädagogin bei Social Web macht Schule – über die Förderung von Medien- & Demokratiekompetenz, die Bedeutung kritischer Medienkompetenz und die Herausforderungen im digitalen Raum. Könnten Sie sich bitte kurz vorstellen? Mein Name ist Sophia Philipp, ich lebe in Dresden und bin ausgebildete Lehrerin für Französisch und Physik. Nach meinem Studium an der TU Dresden und dem Referendariat war ich als Lehrerin in Sachsen tätig. Seit Mai 2024 bin ich als Medienpädagogin bei Social Web macht Schule gGmbH aktiv. In welcher Funktion sind Sie aktuell tätig? Ich arbeite als Medienpädagogin bei Social Web macht Schule. Dort konzipiere und begleite ich medienpädagogische Schulprojekte und unterstütze Schulen bei der Förderung von Medien- und Demokratiekompetenz. Aktuell habe ich die Projektleitung im Bereich „Medienkompetenz x Demokratiebildung“ bei Social Web macht Schule inne.  Was hat Sie dazu bewogen, sich in diesem Bereich zu engagieren? Während meiner Zeit als Lehrerin habe ich erlebt, wie stark Jugendliche digitalen Medien ausgesetzt sind, oft ohne die nötige Kompetenz, Inhalte kritisch zu hinterfragen. Themen wie Hassrede, Desinformation oder digitale Diskriminierung tauchten auch im Schulalltag auf. Ich wollte hier gezielter ansetzen und junge Menschen in ihrer Medienkompetenz stärken. Deshalb entschied ich mich für den Wechsel in die außerschulische Bildungsarbeit bei Social Web macht Schule. Welche konkreten Tätigkeiten umfasst Ihre Arbeit? Ich führe Workshops an Schulen zu Themen wie Cybermobbing, Fake News, Suchtgefährdung oder Diskriminierung in der Popkultur durch. Dazu kommen begleitende Elternabende und Fortbildungen für Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte. Außerdem arbeite ich an der Visualisierung von Lehr- und Lernmaterialien und entwickle gemeinsam mit dem Team neue Formate für den digitalen Bildungsbereich. Warum ist Ihre Arbeit insbesondere für Sachsen von Bedeutung? In Sachsen ist die Medienbildung an Schulen sehr unterschiedlich ausgebaut. In den Lehrplänen ist Demokratiebildung fest verankert. Allerdings geraten Schulen durch den aktuellen Lehrkräftemangel bei der Umsetzung an ihre Grenzen. Viele Lehrkräfte wünschen sich Unterstützung, gerade im Umgang mit komplexen Themen wie digitaler Hassrede oder extremistischen Inhalten. Unser Angebot schafft hier praxisnahe und niedrigschwellige Zugänge. Welche Herausforderungen begegnen Ihnen in Ihrem Tätigkeitsbereich? Eine große Herausforderung ist die schnelle Entwicklung digitaler Phänomene, z. B. neue Plattformen, neue Narrative, neue Risiken, neue Entwicklungen im Bereich Künstliche Intelligenz. Hier bedarf es einer ständigen Weiterbildung. Außerdem stoßen Schulen oft an organisatorische oder finanzielle Grenzen, wenn es um externe Bildungsangebote geht. An dieser Stelle versuchen wir die Schulen zu unterstützen, indem man gemeinsam nach Finanzierungsmöglichkeiten und Förderungen sucht. Nicht zuletzt beobachten wir auch bei Jugendlichen selbst ein hohes Maß an Verunsicherung im digitalen Raum, bei gleichzeitig großer Abhängigkeit davon. Es ist dabei essentiell, die Sorgen der Jugendlichen ernst zu nehmen und thematisch aufzugreifen. Welche positiven Veränderungen konnten Sie durch Ihre Arbeit bewirken oder beobachten? Unsere Arbeit bei Social Web macht Schule zeigt auf mehreren Ebenen Wirkung, bei den Schüler*innen, den Lehrkräften und in der gesamten Schulkultur. Auf Schüler*innen-Ebene beobachten wir häufig, dass sie nach unseren Workshops bewusster und kritischer mit digitalen Inhalten umgehen.  Auch auf Seiten der Lehrkräfte sind Veränderungen spürbar. Viele sagen, dass sie durch unsere Veranstaltungen Sicherheit im Umgang mit digitalen Herausforderungen gewonnen haben, sowohl technisch als auch pädagogisch. Sie bekommen von uns konkrete Materialien und Methoden an die Hand, die sie in den Unterricht integrieren können. Es ist oft spürbar, dass unser Angebot eine Lücke schließt, für die im regulären Schulbetrieb häufig die Zeit oder Expertise fehlt. Langfristig tragen wir dazu bei, dass in Schulen offener über digitale Themen gesprochen wird. Durch unsere Impulse entsteht in manchen Schulen ein Bewusstsein dafür, dass digitale Bildung nicht nur ein Technik-, sondern vor allem ein Demokratie-Thema ist. Es gibt Schulen, die nach unseren Workshops interne Projekte zu Medienkompetenz oder Demokratiebildung aufgesetzt haben und bei denen wir fester Bestandteil der Schuljahresplanung sind. Ein konkreter Erfolg ist zum Beispiel ein schuljahresübergreifendes Projekt an einer Oberschule in Dresden, bei dem wir in den Klassen 5 und 8 das Fach „Medienkompetenz“ durchführen. Welche langfristigen Ziele verfolgen Sie mit Ihrer Tätigkeit? Ich möchte dazu beitragen, dass Medien- und Demokratiebildung ein selbstverständlicher Bestandteil schulischer Bildung wird. Ziel ist es, Jugendliche zu mündigen und kritischen Nutzer*innen digitaler Medien zu befähigen. Welche Unterstützung wäre erforderlich, um Ihre Arbeit zu intensivieren oder auszuweiten? Wir brauchen langfristige strukturelle und finanzielle Unterstützung, um unsere Angebote flächendeckend umzusetzen. Derzeit sind viele Fördermöglichkeiten projektgebunden, befristet und mit einem enorm hohen Verwaltungsaufwand verbunden und das oft für vergleichsweise kleine Beträge. Für kleine Teams wie unseres bedeutet das, dass wir sehr viel Energie in Antragstellung, Abrechnungen und Nachweise investieren müssen und die uns dann in der eigentlichen pädagogischen Arbeit fehlt. Wir wünschen uns daher eine Förderkultur, die einfacher zugänglich ist und mehr Planungssicherheit ermöglicht. Statt nur punktuell Projekte zu finanzieren, wäre es hilfreich, wenn auch institutionelle Förderung stärker in den Blick genommen wird, also Unterstützung, die nicht nur für ein einzelnes Projekt, sondern für die gesamte Bildungsarbeit einer Organisation bereitsteht. Auch eine stärkere Vernetzung mit Schulen, Bildungseinrichtungen und politischen Entscheidungsträger*innen ist essentiell. Wenn wir gemeinsam daran arbeiten, Medien- und Demokratiebildung als Querschnittsaufgabe im Bildungssystem zu verankern, können wir unsere Wirkung erheblich steigern. Welche Empfehlung würden Sie jungen Menschen oder Interessierten geben, die sich engagieren möchten? Mein Tipp: Informiert euch, bildet euch weiter, bleibt kritisch und sucht euch ein Thema, das euch persönlich berührt. Auch in sozialen Medien wie TikTok oder Instagram findet ihr viele spannende Kanäle, die Hintergründe erklären, Informationen einordnen oder zum Nachdenken anregen. Nutzt diese Plattformen bewusst, statt euch nur berieseln zu lassen. Ob über Projekte, Initiativen oder digitale Kanäle, Engagement kann viele Formen haben. Wichtig ist: Nicht wegschauen, sondern aktiv werden. Gibt es noch etwas, das Sie gerne mitteilen möchten? Digitale Bildung darf kein Luxus sein. Gerade in einer Zeit, in der sich gesellschaftliche Debatten zunehmend ins Netz verlagern, ist es unerlässlich, dass alle jungen Menschen Zugang zu medienpädagogischer Bildung erhalten. Das ist nicht nur eine Bildungsfrage, sondern auch eine

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Interview mit Nilsson Samuelsson

Interviews Interview mir Valentin Lippmann Interview mit Oliver Gibtner-Weidlich Interview mit Georg Salditt Interview mit Sophia Philipp Interview mit Nilsson Samuelsson Migration, Integration und Engagement: Warum aktive Teilhabe so entscheidend ist Migration, Integration und Engagement: Warum aktive Teilhabe so entscheidend ist Ein Interview mit Nilsson Samuelsson – Stadtplaner und langjähriger Vorstandsvorsitzender des Ausländerrat Dresden e.V. –  über die Bedeutung zivilgesellschaftlichen Engagements, die Unterstützung von Menschen mit Migrations- und Fluchterfahrung und die Rolle digitaler Medien in der Meinungsbildung und demokratischer Teilhabe. Kannst du dich einmal kurz vorstellen? Ich bin Nilsson Samuelsson, 58 Jahre alt. Ich komme aus Schweden und bin 1998 über einen Erasmus-Austausch nach Dresden gekommen. Seit 2010 arbeite ich in der Stadtverwaltung als Stadtplaner. Nach meiner Ankunft in Dresden hatte ich schon ziemlich früh Kontakt mit dem Ausländerrat Dresden. Die haben immer viele Veranstaltungen organisiert, wie Sommerfeste, bei denen ich öfter dabei war und ich fand es einen coolen Verein, der gute Sachen macht. Dann habe ich im Ausländerrat Menschen kennengelernt und bin Mitglied geworden. Später war ich dann im Vorstand stellvertretender Vorsitzender und habe dann den ehrenamtlichen Vorstand übernommen. Der Ausländerrat ist inzwischen über 35 Jahre alt, stark gewachsen und alles begann mit dem Gedanken, Menschen zu helfen, sich hier zurechtzufinden. Alle Projekte, die wir umsetzen, zielen darauf ab, Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrung zu helfen und dabei die Stadtgesellschaft zusammenzuhalten. Denn wenn Menschen gut ankommen, dann finden sie auch einen Platz und dann trägt das auch dazu bei, dass die Stadtgesellschaft etwas davon hat. Welche konkreten Aufgaben umfasst da deine Arbeit? Ich bin im ehrenamtlichen Vorstand tätig, neben meiner 40-Stunden-Arbeit als Stadtplaner. Die Vorstandsarbeit besteht aus monatlichen Vorstandssitzungen. Der Vorstand besteht aus 7 Personen aus verschiedenen Ländern mit verschiedenen Perspektiven und Hintergründen. Wir übernehmen vor allem formelle Aufgaben, haben daneben aber auch eine Geschäftsführung und eine Geschäftsstelle, die die „Alltagsarbeit” übernehmen. Dabei werden zahlreiche verschiedene Projekte betreut für verschiedene Altersgruppen und in verschiedenen Sprachen, Flüchtlingsarbeit, Sozialarbeit und noch mehr. Wir haben inzwischen 50-70 Mitarbeitende an mehreren Standorten, die teilweise auch relativ autonom in ihren Projekten arbeiten, weshalb ich auch bis heute nicht alle Mitarbeitenden kennengelernt habe. Kannst du mir ein konkretes Projekt nennen, was der Ausländerrat gerade umsetzt? Wir haben zum Beispiel einen Kindergarten, das Café Halva in Johannstadt als eine Art Treff, ein Frauenprojekt und auch einen Männertreff mit Vätern – Diese Projekte laufen dann alle über mehrere Jahre. Darüber hinaus schauen wir immer in die Gegenwart: Was ist gerade aktuell? Wo passen unsere Kompetenzen rein? Wenn Bund, Länder oder Gemeinden nach freien Trägern suchen, die Aufgaben übernehmen können, dann setzen wir auch da verschiedene Projekte im sozialen Bereich um. Warum ist deine Arbeit und die Arbeit des Ausländerrats vor alle für Sachsen oder für Dresden von Bedeutung? Soweit ich weiß sind wir die größte selbstorganisierte Migrantenorganisation in Sachsen. Über die vielen Jahre hinweg haben wir uns ein Netzwerk aufgebaut. Viele Menschen haben sich über den Ausländerrat Dresden kennengelernt und auch viele, die heute nicht mehr direkt bei uns sind, sind in anderen Organisationen aktiv. Das ist alles nur möglich, weil wir auch Menschen haben, die sich Vollzeit damit beschäftigen. Ehrenamtlich stößt man irgendwann an seine Grenzen, was man leisten kann. Wenn man sich jedoch als Verein organisiert, hat man ein ideelles Ziel und mit der Bindung professioneller Menschen, wie Sozialpädagog*innen und Expert*innen, und ehrenamtlichen Mitarbeitenden, kann man aus diesem ideellen Ziel etwas aufbauen, was man als einzelner Mensch nicht bewältigen kann. Ich glaube, das ist es, was den Ausländerrat ausmacht – Über die Jahre hinweg diese Kombination aus gutem, professionellem Arbeiten und ehrenamtlichem Engagement. Dadurch entfaltet man eine Kraft, die deutlich größer ist als die Stunden, die da bezahlt werden. Neben dem knappen zeitlichen Aspekt in Ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit – welchen Herausforderungen begegnest du sonst noch in deiner Arbeit? Unsere Grundarbeit beruht auf dem Wissen darum, dass die Welt so ist, wie sie ist und schlimme Dinge passieren. Und an bestimmten Orten führt das dazu, dass Menschen dort nicht bleiben können und weg müssen. Daraufhin müssen Menschen Asyl beantragen. Sie bekommen aus verschiedenen Gründen ein Recht zu bleiben – oder auch nicht. Auch diese Gruppe gibt es, die zwischen Tür und Angel schweben und manchmal niemand für sie da ist. Das ist eine Herausforderung, die Welt so zu nehmen, wie sie ist, und nicht, wie sie sein sollte. Es gibt nicht nur die Gesetze – Menschen haben Bedürfnisse jenseits von dem, was gerade zulässig oder nicht zulässig ist. Das ist also eine große Herausforderung: Alles dafür zu tun, dass Menschen, die hier sind, aus welchen Gründen auch immer, sich gut beraten fühlen. Sie auf Bildungskonzepte aufmerksam zu machen oder auf Vereine zu verweisen. Dazu gehören natürlich auch ganz alltägliche Dinge wie Sprache und Amtsgänge, oder auch Fahrradfahren, was auch ein Projekt bei uns ist.Auch Geschlechterrollen sind außerhalb Europas ein wenig anders gelagert als hier. Nun sollen wir nicht zeigen, dass bei uns alles perfekt ist, es ist ei Foto: Ulrike Samuelsson weitere Interviews

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Vogtlandkreis

Vogtlandkreis Bündnis für Demokratie, Toleranz und Zivilcourage im Vogtland Vogtlandkreis www.demokratie-vogtland.de Bündnis für… Initiative Medienbildung Vogtland Vogtlandkreis www.medienbildung-vogtland.de Initiative Medienbildung… OASE e.V. Vogtlandkreis www.jzoase.de OASE e.V…. MediaEducators Vogtland / edmdien gGmbH Vogtlandkreis www.mediaeducators.de MediaEducators Vogtland…

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Stadt Leipzig

Stadt Leipzig Akademie für Lokale Demokratie e.V. Stadt Leipzig www.lokale-demokratie.de Akademie… SINN, die Zukunftsplattform für soziale Innovationen in Sachsen Stadt Leipzig www.sinn-sachsen.de sinn_sachsen… Stadtjugendring Leipzig e.V. Stadt Leipzig www.stadtjugendring-leipzig.de Stadtjugendring… Internationale Frauen Leipzig e.V. Stadt Leipzig www.if-leipzig.de Internationale… Förderverein des Jugendparlamentes der Stadt Leipzig e.V. Stadt Leipzig www.jupa-foerderverein.de Förderverein…

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